Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli/August '19 - Hochrhein-Bodensee
7+8 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 21 Dienstleistungen positiv Im Handel und im Dienstleistungsbereich ist die Lage gut. Insbesondere im Dienstleistungsbereich ist der überwiegende Teil der Betriebe mit seiner Lage und entsprechend mit Umsatz und Ertrag mehr als zu- frieden. Denn 68 Prozent der Dienstleistungsunter- nehmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut und 30 Prozent als befriedigend. Die Zahl der Betriebe mit gestiegenen Umsätzen gegenüber dem Vorjah- resquartal hat sich von 51 auf 58 Prozent erhöht und auch die Zahl der Dienstleister, die von einer guten Ertragslage sprechen, ist auf 61 Prozent gestiegen. Unter den Händlern berichten 38 Prozent von einer guten und 54 Prozent von einer befriedigenden Ge- schäftslage. Diese Werte sind gegenüber dem Jah- reswechsel konstant geblieben. Etwas verbessert hat sich die Einschätzung der Ertragslage bei den befragten Händlern. Diese wird von 72 Prozent als befriedigend und von jedem fünften Betrieb als gut angegeben. Erwartungen für zwölf Monate Die meisten Unternehmen im Kammerbezirk sehen für die kommenden zwölf Monate weiterhin positive Ge- schäftsverläufe voraus. Dabei ist jedoch die Anzahl der Unternehmen, die von einer schlechteren Entwicklung ausgehen, seit Jahresbeginn von rund 10 Prozent auf ak- tuell 14 Prozent gestiegen. 61 Prozent der Unternehmen gehen von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf für die kommenden Monate aus. Rund ein Viertel rechnet mit einer Verbesserung. In der Dienstleistungsbranche steigen die Geschäftser- wartungen für die kommenden zwölf Monate an. Ging zu Jahresbeginn der Großteil der Unternehmen von kon- stanten Geschäften aus (rund 70 Prozent), so sind dies im Frühjahr nun 56 Prozent. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Dienstleister, die bessere Geschäfte erwarten, von 17 auf 34 Prozent verdoppelt, und die Zahl derer, die eine pessimistischere Geschäftsentwicklung prog- nostizieren, hat sich von 13 auf 10 Prozent verringert. Unter den Produktionsbetrieben setzt sich die rück- läufige Erwartung bezüglich der Geschäftsentwicklung aber fort. Der Index für die Geschäftserwartungen sinkt von 117 auf 109 Punkte und damit auf das niedrigste Niveau seit Sommer 2012. Augenfällig ist eine stärkere Polarisierung. Lag der Anteil der Produktionsbetrie- be, die von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf ausgehen, zum Jahreswechsel noch bei 73 Prozent, so sinkt dieser nun auf 57 Prozent. Die Anzahl der Produktionsbetriebe, die eine Verbesserung der Ge- schäfte in den kommenden zwölf Monaten erwarten, steigt leicht von 22 auf 26 Prozent, gleichzeitig nimmt die Anzahl Betriebe, die mit schlechteren Geschäften rechnen ebenfalls, allerdings deutlich stärker, von 5 auf 17 Prozent zu. Die Exporterwartungen gehen zurück, dennoch sehen rund ein Drittel der Industriebetriebe weiter steigende Exporte voraus. Rund ein Viertel der Betriebe geht von fallenden oder keinen Exporten in den kommenden Monaten aus. Bei den Handelsbetrieben rechnen 60 Prozent mit gleichbleibenden Geschäften. Betriebe mit positiveren oder negativeren Erwartungen bezüglich des weiteren Geschäftsverlaufes halten sich im Handel mit jeweils 20 Prozent die Waage. Ähnliche Investitionsabsichten Keine wesentlichen Veränderungen zeichnen sich bei den Investitionsabsichten der Unternehmen im Inland ab. Etwa 80 Prozent aller Betriebe rechnen mit gleich- bleibenden oder steigenden Investitionen. Die Zahl der Unternehmen, die dagegen keine Investitionen in den kommenden zwölf Monaten planen, steigt leicht auf rund acht Prozent. Das ist ein positives Verhalten und liegt etwas über dem Niveau von Baden-Württemberg. Verwendet werden sollen die Mittel in erster Linie zum Beschaffen von Ersatzbedarfen sowie für Innovationen. Die Finanzierung der Investitionen stellt hierbei kein Problem dar. So bewerten 53 Prozent aller befragten Unternehmen in der Region den Zugang zu einer ex- ternen Finanzierung als gut und rund 14 Prozent als befriedigend. Weitere 31 Prozent haben aktuell keinen Bedarf an einer externen Finanzierung, so dass die Zahl der Betriebe, die über einen schlechten Zugang oder keine externe Finanzierung klagen, mit weniger als zwei Prozent in der Region äußerst gering ist. Risiko Wirtschaftsentwicklung Rund 68 Prozent der Unternehmen in der Region möch- te die Beschäftigtenzahl in den kommenden zwölf Monaten konstant halten. Jedes fünfte Unternehmen geht von einer tendenziell steigenden Belegschaft aus, aber auch rund zwölf Prozent schätzen, dass die Be- schäftigtenzahl vor Ort fallen wird. So bleibt der Fach- kräftebedarf auch im Frühjahr das von den Betrieben insgesamt am häufigsten genannte Risiko (66 Prozent) für die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Die Indus- triebetriebe treibt daneben insbesondere die Sorge um die Entwicklung der Absatzmärkte um. So sind die Auslandsnachfrage (50 Prozent) sowie die Inlandsnach- frage (48 Prozent) mit zunehmender Tendenz die meist genannten Risiken nach dem Arbeitskräftebedarf (58 Prozent). Bei Händlern und Dienstleistern sind es neben den feh- lenden Fachkräften (69 Prozent) die Arbeitskosten (43 Prozent) sowie bei den Dienstleistern insbesondere die Inlandsnachfrage (41 Prozent), die die meistgenannten Risiken darstellen. Bei den Händlern ist es dagegen der Rückgang der Auslandsnachfrage, der zunehmend Sorge bereitet (44 Prozent). Hierin kommt deutlich die Bedeutung zum Ausdruck, die die Kunden aus den an- grenzenden Ländern Schweiz und Frankreich mittler- weile für den Handel in der Region haben. Die Binnenkonjunktur dürfte weiterhin eine wichtige Nachfragestütze bleiben. Auf der anderen Seite beste- hen ungelöste politische Konflikte und Unsicherheiten fort, die positive Impulse für das weltwirtschaftliche Umfeld verhindern. AG Ausführliche Dokumentation unter www.konstanz.ihk.de
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