Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'19 -Südlicher Oberrhein

6 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 45 Sick zieht Bilanz für 2018 Viel Geld für Forschung und Entwicklung WALDKIRCH. Das Unternehmen, einer der weltweit führenden Herstellern von Sensoren und Sensorlösun- gen für industrielle Anwendungen, hat seinen steilen Wachstumskurs der letzten Jahre auch im Geschäfts- jahr 2018 fortgesetzt. Der Konzernumsatz wuchs um 8,3 Prozent auf 1,637 Milliarden Euro. Aus Deutschland stammten davon 320 Millionen (plus 1,3 Prozent), aus dem übrigen Europa, dem Nahen Osten und Afrika 597 Millionen Euro (plus 8,5 Prozent), aus Amerika 351 Millionen Euro (plus 10,1 Prozent) und aus der Region Asien-Pazifik 368 Millionen Euro (plus 12,9 Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging im Geschäftsjahr 2018 auf 117,5 Millionen Euro (Vorjahr 148,8 Millionen Euro) zurück, was das Unternehmen auf die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Sicherstel- lung der Lieferfähigkeit angesichts extremer Engpässe auf den Beschaffungsmärkten und auf die strukturellen Aufwendungen für die Zukunftssicherung zurückführt. Dazu gehören vor allem die hohen Investitionen für Forschung und Entwicklung. Diese erreichten 192,5 Millionen Euro (169,4 Millionen Euro), worunter ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag für die Start- up-Initiativen in Waldkirch entfiel. Innerhalb dieses Modells arbeiten kleine Gruppen hochspezialisierter Mitarbeiter an neuen Funktionalitäten für Sensoren (basierend etwa auf Deep-Learning-Algorithmen), die beispielsweise Anwendern von Lösungen in der Lo- gistikautomation deutliche Mehrwerte bringen. Sick ist in drei Geschäftsfeldern tätig. Der größte ist nach wie vor die Fabrikautomation (914 Millionen Euro Um- satz), gefolgt von der Logistikautomation (446,5 Mil- lionen Euro Umsatz) und der Prozessautomation (276 Millionen Euro). Neben den hohen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wendete das Unternehmen 107,2 Millionen Euro (plus 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr) für Investitionen in Sachanlagen und immateri- elle Vermögensgegenstände auf. Die Beschäftigtenzahl ist weltweit um 928 auf 9.737 zum Jahresende 2018 gestiegen. Vor allem in den operativen Produktionsbe- reichen sowie in Forschung und Entwicklung, Vertrieb und Service wurden neue Mitarbeiter eingestellt. Mit 5.660 Beschäftigten arbeiteten mehr als die Hälfte al- ler Mitarbeiter in Deutschland. Der Ausblick für das lau- fende Geschäftsjahr ist aufgrund des abgeschwächten globalen Wirtschaftswachstums eher verhalten. Aller- dings bleibt die Sensorik eine Wachstumsbranche und Sick kann, so der Vorstandsvorsitzende Robert Bauer, wegen seines innovativen Produkt- und Leistungsport- folios und wegen zunehmender Anforderungen gerade im Kontext von Digitalisierung und Industrie 4.0 weiter profitieren. Besonders gut sei derzeit die Auftragslage bei Lösungen zur Schiffsemissionsmessung und bei Systemen für die Logistik. upl Seinen sogenannten Start-up-Gruppen, die aus hochspezialisier- ten Sick-Mitarbeitern zusammengesetzt sind und die Produkt- ideen entwickeln und verfolgen können, hat das Unternehmen eine Halle zur Verfügung gestellt, die sie nach eigenen Vorstellungen einrichten konnten. Sensopart Industriesensorik feiert 25-jähriges Bestehen Führende Position erarbeitet GOTTENHEIM. Die Sensopart Industriesensorik GmbH feiert dieses Jahr ihr 25-jähriges Bestehen. Der promovierte Elektroningenieur Theodor Wanner hat die Firma 1994 aus der Konkursmasse der Firma Schlüter Fotosensorik in Wieden bei Todtnau gegründet. Seine Vision lautete: „Unser Maß ist nicht das heute Mögli- che, sondern die Vision des künftig Erreichbaren.“ Und tatsächlich hat Wanner, der zuvor für die großen Sen- sorenhersteller Pepperl & Fuchs in Mannheim und Sick in Waldkirch (siehe oben) tätig war, einiges erreicht. Ein Unternehmen hat sich als Anbieter von optoelek- tronischen und bildverarbeitenden Sensoren für die Fabrikautomation etabliert, nach eigener Darstellung sogar eine führende Position erarbeitet. Sensopart ist kontinuierlich gewachsen. 2001 wurde ein zweiter Produktionsstandort in Gottenheim am Kaiserstuhl er- öffnet, der mehrfach erweitert wurde und mittlerweile Hauptsitz ist. Zu den Kunden zählen Unternehmen aus dem Automobil- und Maschinenbau, der Elektronik- und Solar- sowie der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Sensopart beschäftigt mittlerweile 210 Mitarbeiter in Gottenheim und Wieden sowie an den Vertriebsnie- derlassungen in Frankreich, England, China und den USA. Im Jubliläumsjahr rechnet man „wieder mit einem starken Wachstum“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dafür sorgt auch die jüngste große Investition: Vor an- derthalb Jahren wurde am Hauptsitz in Gottenheim für rund drei Millionen Euro eine 2.600 Quadratmeter große Produktionshalle eingeweiht, die die Produktions- und Logistikfläche verdoppelt hat. ine

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