Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'19 -Südlicher Oberrhein

Wirtschaft im Südwesten 6 | 2019 44 UNTERNEHMEN Volksbank Schwarzwald Baar Hegau Gutes Jahr, neue Geschäftsfelder VILLINGEN. Von einem guten, unspektakulären Jahr 2018 mit unverändert anspruchsvollen Rahmenbedin- gungen berichtete der Vorstandsvorsitzende der Volks- bank Schwarzwald Baar Hegau, Joachim Straub, Anfang Mai beim Jahrespressegespräch im Hauptsitz des Kre- ditinstituts in Villingen. Er hob das gute Kreditgeschäft hervor: Um sechs Prozent auf 2,99 Milliarden Euro stieg das betreute Kundenkreditvolumen. Der prozentuale An- stieg sei besser als beim Durchschnitt der Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Land. Um 0,8 Prozent auf 3,13 Milliarden Euro stiegen die Kundenanlagen. Da- mit erreichte das betreute Kundenvolumen einen Wert von 6,12 Milliarden Euro, das sind 3,3 Prozent mehr als 2017. Die Bilanzsumme stieg um 3,2 Prozent auf 4,46 Milliarden Euro. Das bilanzielle Eigenkapital konnte um 42,3 Millionen Euro gestärkt werden und betrug damit Ende 2018 rund 370 Millionen Euro. Das gute Kundenkreditgeschäft ist auch der Grund dafür, dass die Zinserträge trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase fast das Vorjahresniveau erreich- ten. Dass der Zinsüberschuss um 15,5 Prozent auf 81,9 Millionen Euro gesteigert werden konnte, lag laut Joachim Straub vor allem am zurückgegangenen Zins- aufwand angesichts ausgelaufener hochverzinslicher Refinanzierungen und Zinsabsicherungsgeschäften. Der Provisionsüberschuss stieg um 1,7 Prozent auf 20,9 Millionen Euro, für die Verwaltung wendete die Bank insgesamt 51,4 Millionen Euro auf, das sind 4,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Gründe nannte der Vorstandsvorsitzende Tariferhöhungen, IT, Bankenab- gabe und fusionsbedingte Kosten. Gleichwohl überwog der hohe Zinsüberschuss. Vor allem dieser führte dazu, dass das Ergebnis vor Be- wertung um 22,8 Prozent auf 49,7 Millionen Euro und das der normalen Geschäftstätigkeit um 17,7 Prozent auf 44,6 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Der Bilanzgewinn schließlich stieg um 1,9 Prozent auf 4,2 Millionen Euro. Ein besonderes Ereignis im vergange- nen Jahr war die Fusion mit der Spar- und Kreditbank Dauchingen mit einer Geschäftsstelle und 14 Mitar- beitern. 2018 waren bei der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau damit durchschnittlich 468 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 150 Teilzeitkräfte und 23 Aus- zubildende. Es gibt 36 Geschäftsstellen. Die Volksbank Schwarzwald Baar Hegau ist außerdem auf zwei neuen Geschäftsfeldern aktiv geworden: Mit der 2018 gegründeten Tochterfirma Avura bietet sie Beratungsdienstleistungen zur Digitalisierung an. Zu den Kunden zählen bislang die Volksbank selbst, weitere Banken sowie Industrieunternehmen. Die Volksbank hält 82 Prozent der Anteile an der Avura GmbH, die übrigen besitzen die Geschäftsführer Ralf Kluth und eine Beratungsgesellschaft. Sieben Mitarbeiter sind be- schäftigt. Seit diesem Frühjahr bietet die Villinger Genossenschaftsbank im Rahmen der Ini- tiative Geno Solar außerdem verschiedene Stromversorgungsmodelle mit Photovoltaik, Batteriespeicher und Ladestation für E- Autos inklusive Finanzierung fürs Eigenheim an. Sie ist Pilotbank in der Region und arbeitet dabei mit regionalen Partnern zusammen. So wolle man helfen, die Stromnetze zu ent- lasten und zum Klimaschutz beitragen, sagte Vorstand Ralf Schmitt. mae Kreissparkasse Tuttlingen Starkes Wachstum TUTTLINGEN. Die Kreissparkasse Tuttlingen hat nach Worten ihres Vorstandsvorsitzenden Markus Waizenegger im Geschäftsjahr 2018 ein erfreuliches Wachstum verzeichnen können. Die Bilanzsumme stieg um elf Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Die Kunden- einlagen wuchsen um 6,3 Prozent auf insgesamt 3,1 Milliarden Euro, bilanzwirksam waren davon 2,4 Milli- arden Euro, 0,7 Milliarden entfielen auf Wertpapiere. Die Einlagen der Privatkunden stiegen um fünf Prozent, diejenigen der Firmenkunden um 29,6 Prozent. Ange- sichts der Zinssituation mit Negativzinsen sind diese neuen Einlagen für die Sparkasse eine Herausforde- rung, weshalb es wichtig war, den Zufluss in werthal- tiges Kreditgeschäft umzuwandeln, so Waizenegger. Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Lage in der Region und der hohen Investitionsbereitschaft der Unternehmen einerseits sowie andererseits dem stark ausgeprägten Wunsch in der Bevölkerung nach den eigenen vier Wänden konnte die Sparkas- se neue Kredite in Höhe von 538 Millionen Euro zusagen. Das ist ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbstständige wurden um 35 Prozent erhöht, Wohnungsbaukredite um 21 Prozent. Insgesamt hatte die Sparkasse zum Jahresende Kundenkredite in Höhe von 2,54 Milliarden Euro in den Büchern, knapp sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Das Zinsergebnis belief sich auf knapp 70 Millionen Euro, das Provisionsergebnis auf annähernd 18 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung erreichte 46 Millionen Euro, der Jahresüberschuss nach Steuern 7,1 Millionen Euro. Die Cost-Income-Ratio lag bei 48 Prozent. Die Eigenkapitalquote inklusive Zufüh- rung des Jahresergebnisses erreichte 17,39 Prozent. In ihren 38 Geschäftsstellen beschäftigte die Sparkasse 530 Mitarbeiter, darunter 55 Auszubildende. orn

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