Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'19 - Hochrhein-Bodensee
6 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 21 schlagenen, europarechtlich maximal zulässigen Höhe von 175 Euro. Im Interesse unserer gesamten Wirtschaftsregion gilt es hier entge- genzuwirken. Das Gebot der Stunde ist die automatisierte, digitale Ausfuhrbescheinigung. Nur sie kann den Zoll wirklich entlasten, was dringend geboten ist, ohne die „unerwünschte Nebenwirkung“ einer Drosselung der Nachfrage. Das Stempelkissen halten wir nicht für zukunftsfähig. Mit wenigen Worten: Die Bagatellgrenze ist für uns eben keine Bagatelle – und das haben wir als Vollversammlung deutlich zum Ausdruck gebracht. Da erübrigt sich ja die nächste Frage schon fast. Dennoch: Warum sollte man dabei sein? Es gibt Hindernisse und Herausforderungen, die von einem alleine nicht überwunden werden können – unser Thema gerade eben war ein gutes Beispiel dafür. Es geht also darum, gemeinsam mitzuge- stalten und gemeinsam das Gesamtinteresse der Wirtschaft zu fördern. Wo immer das gelingt, macht es ausgesprochen Freude, sich ehrenamtlich zu engagieren und aktiv zu sein. Ich jedenfalls engagiere mich gerne für Dinge, die mir am Herzen liegen, auch und insbesondere für unsere Region. Und dasselbe stelle ich auch immer wieder bei den zahlreichen ehrenamtlich Aktiven fest. Also, mitmachen lohnt sich demnach? Aber sicher lohnt es sich! Wer sollte die Interessen der Wirtschafts- region denn besser vertreten können als ein demokratisch legiti- miertes Parlament mit dem Auftrag der Gesamt- und eben nicht der Einzelinteressensvertretung. Ist die Meinungsfindung immer einfach? Nein, ist sie nicht. Nicht selten verlangt das, was allen guttut, von einzelnen, ihre individuellen Interessen hintan zu stellen. Demokra- tie bedeutet, Themen auch kontrovers zu diskutieren, Positionen darzustellen, Kompromisse zu finden. In Zeiten rasanter, aber auch riskanter Informationsversorgung durch Netz und neue Medien bieten gerade solche Einrichtungen wie die Vollversammlung die Möglich- keit, sich intensiv und gründlich mit Themen zu beschäftigen und nach ausgewogenen Lösungen zu suchen. Auf die schnelle Twitternachricht verzichten wir da schon einmal gerne. Und die jüngsten Urteile der Gerichte in verschiedenen Bundesländern stärken uns in unserem Handeln. Sie konkretisieren die demokratische Legitimation und unsere Handlungsfelder. Das hilft uns, insbesondere gegenüber den politischen Mandatsträgern, die Interessen der Region zu vertreten. Wie kann ich denn erfahren, wer zur Wahl steht? Sämtliche Kandidatinnen und Kandidaten werden auf unserer Home- page bekannt gemacht und darüber hinaus in der nächsten Aus- gabe dieser Zeitschrift in einer eigenen Beilage veröffentlicht. Die schriftlichen Wahlunterlagen bekommen alle Mitgliedsunternehmen rechtzeitig auf dem Postweg zugesandt. Bleibt zum Abschluss die Frage, was Sie sich für die bevorste- henden Wahlen wünschen? Eine hohe Beteiligung natürlich! Ich möchte alle aufrufen, sich an der Wahl zu beteiligen. Und diejenigen, die selbst nicht zur Wahl stehen, lade ich herzlich gerne ein, sich in den Fachausschüssen oder in der Aus- und Weiterbildung zu engagieren. Eine starke IHK lebt vom starken Ehrenamt. Machen Sie mit. Es lohnt sich! Herr Conrady, vielen Dank! Interview: Christian Wulf
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