Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'19 - Südlicher Oberrhein

Wirtschaft im Südwesten 5 | 2019 42 UNTERNEHMEN Sparkasse Offenburg-Ortenau Mehr Einlagen und Kredite OFFENBURG. Trotz der nach wie vor schwierigen Rahmenbe- dingungen war 2018 ein gutes Geschäftsjahr für die Sparkasse Offenburg-Ortenau, sagte ihr Vorstandsvorsitzender Helmut Becker bei der Vorstellung der Bilanz Ende März. Sein Haus sei gut gewach- sen. In den zurückliegenden zehn Jahren habe die Sparkasse ihre Bilanzsumme um über eine Milliarde Euro gesteigert. „Die Kunden sparen trotz Nullzinsen“, sagte Becker. Und auch das Kreditgeschäft legte weiter zu, der dafür zuständige Vorstand Jürgen Riexinger bezeichnete es als dynamisch. Die Zahlen für 2018 im Einzelnen: Die Bilanzsumme stieg um 219 Millionen auf 4,45 Milliarden Euro. Auf der einen Seite der Bilanz erhöhte sich der Kreditbestand um 66 Millionen Euro oder 2,4 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. Die Sparkassenkunden tilgten Kredite in Höhe von 434 Millionen Euro; 548 Millionen Euro vergab die Sparkasse vergangenes Jahr an neuen Darlehen, etwa hälftig an Firmen- und Privatkunden. Beim Kreditbestand verschiebt sich dagegen die klassische hälftige Auf- teilung zugunsten der Privatkunden. Das liegt laut Riexinger am ungebrochenen Immobilienboom gleichermaßen wie an der guten wirtschaftlichen Situation der Unternehmen. Auf der anderen Seite der Bilanz wuchsen die Kundeneinlagen mas- siv, wie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Karl Bähr erläu- terte: um 200 Millionen auf 3,33 Milliarden Euro. Der Zuwachs fiel doppelt so hoch aus wie ein Jahr zuvor und kommt fast vollständig aus dem Bereich der Sichteinlagen. Das liegt laut Sparkassenchef Becker daran, dass es ohnehin keine Zinsen mehr gibt und die Kun- den sich deshalb für diese flexible Form entscheiden. Weil ihre Einla- gen höher sind als ihre Kredite, muss auch die Sparkasse selbst Geld anlegen. Das tut sie nach Darstellung von Becker festverzinslich, in skandinavischen Wertpapieren, Aktien und Immobilienfonds. Sämtliche Kundenkredite und -einlagen sowie Bausparverträge, Aktien, Versicherungen und andere von der Sparkasse betreute Anlageformen summierten sich 2018 auf ein Kundenvolumen von 7,28 Milliarden Euro (plus 196 Millionen Euro/2,8 Prozent). Damit ist die Sparkasse Offenburg-Ortenau laut Becker Marktführerin. In ihrem Geschäftsgebiet erreicht sie einen Anteil von 44 Prozent aller Girokonten. Das Ergebnis lag 2018 aufgrund des niedrigen Zinsniveaus unter dem Vorjahreswert, weil das Zinsergebnis um 5,3 Millionen Euro oder 6,7 Prozent auf 73 Millionen Euro zurückging, das Provisionser- gebnis aber nur moderat auf 26,4 Millionen Euro stieg. Bei erhöhten Personal- und nur leicht gesunkenen Sachkosten, reduzierte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung um 6,7 Millionen auf 36,5 Millionen Euro. Nach Vorwegzuführung wies die Sparkasse 6,5 Millionen Euro als Bilanzgewinn aus. kat Volksbank in der Ortenau Wachstum außerhalb der Region OFFENBURG. Die Volksbank in der Ortenau hat ihre Wachstumsstrategie 2018 fortsetzen können. Die Bi- lanzsumme überstieg erstmals die Drei-Milliarden- Marke. Mit einem Plus von knapp acht Prozent landete sie bei rund 3,04 Milliarden Euro. Das Wachstum war wieder wesentlich durch das Kreditgeschäft getra- gen. „Wir sind eine aktivlastige Bank – wir wachsen über Kredite“, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Dauber Ende März bei der Präsentation der Zahlen. Um fast zwölf Prozent stieg der Gesamtbestand der Kundenkredite auf 2,41 Milliarden Euro. Neue Kredite mit Firmenkunden legten sogar um knapp 24 Prozent zu und summierten sich 2018 auf rund 401 Millionen Euro. Die Zuwachsraten liegen deutlich über dem Branchenschnitt. Um sie zu erreichen, engagiert sich die Volksbank in der Ortenau mittels Plattformen und Netzwerken landes- wie bundesweit. „Wenn man sich nur in der Region aufhält, geht das nicht“, verdeutlichte Dauber. Über das starke Kreditwachstum schaffte es die Volks- bank in der Ortenau, trotz Nullzins ihr Zinsergebnis zu steigern. Es stieg 2018 um 1,5 Prozent auf 50,3 Millionen Euro. Der Fokus aufs Kreditgeschäft bietet laut Dauber zudem den Vorteil, dass die Bank keinen Einlagenüberschuss hat, den sie auf dem Finanzmarkt anlegen muss. „Wir steuern das Einlagengeschäft ein Stück weit so, wie wir die Refinanzierung brauchen“, sagte Dauber. Und weil die Darlehen ordentlich zuleg- ten, durften das auch die Einlagen tun. Die Einlagen von Privatkunden stiegen 2018 um knapp fünf Prozent auf 1,32 Milliarden Euro, die der Firmenkunden sogar um über 18 Prozent auf 750 Millionen Euro. Das Provisionsergebnis erhöhte sich vergangenes Jahr um mehr als sechs Prozent auf rund 27,7 Millionen Euro. Dazu trugen auch die Aktivitäten der Ortenauer Volksbank im Zahlungsverkehr bei. Mit ihrer Tochter First Cash Solution GmbH sowie mit Beteiligungen an Firmen in Dresden, Würzburg und Berlin bietet sie Han- dels- und Gastronomiebetrieben im deutschsprachigen Raum sowie in ganz Europa Dienstleistungen, um Zah- lungen abzuwickeln – mit oder ohne Bargeld, stationär oder online. Fast 70 der insgesamt 470 Volksbank- Beschäftigten arbeiten in diesem Geschäftsbereich, bei den Partnerfirmen weitere 60. Weil Zins- und Provisionsergebnis stärker stiegen als die Kosten (49,8 Millionen, plus ein Prozent), erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung um gut vier Prozent auf 28 Millionen Euro, und die Volksbank weist voraussichtlich 11,3 Millionen Euro Jahresüberschuss für 2018 aus. Die 60.590 Mitglieder (plus 1.588) er- halten fünf Prozent Dividende oder können ihre Anteile erhöhen. Bei den derzeit 20 Filialen mit Mitarbeitern sowie den weiteren 20 SB-Geschäftsstellen sind keine Veränderungen geplant. kat

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