Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'19 - Südlicher Oberrhein

5 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 27 Warum braucht es ein Kompetenzzentrum Bauwerk Schwarzwald? Wir stellen fest, dass wir die für den Schwarz- wald typische Baukultur zukünftig nur erhal- ten können, wenn die Architekten deren Merkmale kennen und die Handwerker die Besonderheiten umsetzen können. Bauwerk Schwarzwald soll eine Plattform sein, auf der sich Architekten und Handwerker auf Augen- höhe begegnen und gemeinsame Projekte und Initiativen ins Leben rufen können. So wollen wir eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne, Architektur, Handwerk und De- sign, Forschung und Ausbildung, Experiment und Praxis schaffen. In Vorarlberg läuft ein entsprechendes Projekt schon vorbildlich. Im Schwarzwald gibt es bisher keine vergleich- bare Organisation. Was haben Sie bereits getan? Von April 2018 bis Februar 2019 haben wir mit einer rund 20-köpfigen Projektgruppe das Gründungskonzept erarbeitet und es am 21. März an den Minister für ländlichen Raum Peter Hauk übergeben. Wir schlagen vor, ei- nen Verein zu gründen, in dem Architektur- büros, Handwerksbetriebe und herstellende Unternehmen, aber auch Kommunen, Kreise, Verbände und Initiativen zwischen Basel und Pforzheim Mitglieder werden können. Für die Erstellung des Konzepts haben wir Förder- mittel in Höhe von 100.000 Euro vom Land bekommen. Wie wollen Sie sich künftig finanzieren? Wir haben bei der Übergabe des Gründungs- konzepts die Bitte geäußert, dass uns das Land für die ersten drei Jahre eine Vollfinan- zierung von rund 260.000 Euro pro Jahr zu- gesteht. In dieser Zeit wollen wir den Verein gründen, aufbauen und die Mitglieder werben. Dann wollen wir die regionalen Akteure, also Firmen, Vereine und Kommunen, Zug um Zug mit bis zu 50 Prozent beteiligen und hoffen, dass das Land die andere Hälfte beisteuert. Was sind Ihre nächsten Schritte? Im Moment führen wir Gespräche, um eine strukturelle Förderung im Doppelhaushalt des Landes für die Jahre 2020/21 zu bekommen. Das ist die eine Zielrichtung. Die andere ist, mit Kommunen, Verbänden und Wirtschafts- akteuren ins Gespräch zu kommen. So wollen wir die Verwurzelung unseres Gedankens in der Region und die Finanzierung sicherstel- len. Planen Sie einen eigenen Standort? Für die Etablierungsphase stellen wir uns eine kleine Geschäftsstelle mit zwei bis zweiein- halb Stellen vor. Unsere Vision ist, langfristig ein repräsentatives Gebäude zu haben, das Schwarzwälder Baukultur in sich trägt, und wo Fortbildungen und Ausstellungen statt- finden können. Wo soll die Geschäftsstelle ihren Sitz haben, und wann wollen Sie den Verein gründen? Die Frage des Standortes muss die Grün- dungsversammlung des Vereins klären. Wir hoffen, noch in diesem Jahr Signale vom Land wegen der Finanzierung zu bekommen und spätestens im Jahr 2020 den Verein gründen zu können. Sind schon konkrete Projekte geplant? Eines der ersten geplanten Projekte, die wir umsetzen wollen, ist eines mit Architektur- studenten und Handwerkslehrlingen. So wollen wir helfen, Berufsbilder wie das des Holzschneflers attraktiv zu machen und den Fachkräftenachwuchs im ländlichen Raum zu sichern. Interview: mae » Baukultur im Schwarzwald erhalten « Das Konzept für ein Kompetenz- zentrum für Baukultur, Handwerk und Design im Schwarzwald steht. Über die wesentlichen Punkte und die nächsten Schrit- te spricht Roland Schöttle, Geschäftsführer des Vereins Naturpark Südschwarzwald, einer der Träger des Konzepts, im Interview. ROLAND SCHÖTTLE (55) Der Diplom-Forstwirt Roland Schöttle ist seit 2005 Geschäftsführer des Vereins Naturpark Südschwarzwald mit Sitz im Haus der Natur auf dem Feldberg. Der Verein war zusammen mit dem Verein Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord mit Sitz in Bühlertal Projektträger für das Gründungskonzept des zukünfti- gen Kompetenzzentrums für Baukultur, Handwerk und Design im Schwarzwald („bauWERK SCHWARZWALD“). Sie ha- ben das Konzept gemeinsam mit einer etwa 20-köpfigen, eigens dafür gebil- deten Projektgruppe mit Vertretern aus Architektur, Handwerk, Regionalent- wicklung, Tourismus, Bildung, Kultur und Kommunen entwickelt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bauwerk-schwarzwald.de .

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