Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'19 - Südlicher Oberrhein
REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein BAUEN ׀ WOHNEN MODERNISIEREN ANZEIGEN- HOTLINE 072 21 / 21 19- 12 ANZEIGEN Freiburger Start-up-Day I: Unternehmer geben Einblicke in ihre Fehlschläge Fuck-up-Night: Vom Scheitern lernen N eben Erfolgen gehören Fehler, Krisen und Fehl- schläge sowie der konstruktive Umgang damit zu fast jeder Unternehmensgeschichte dazu. Welche Pro- bleme aufkommen können und wie man damit umge- hen kann, um am Ende gestärkt daraus hervorzugehen, präsentierten die Teilnehmer der Fuck-up-Night beim Start-up-Day im April im Jazzhaus Freiburg. Gerade bei Unternehmensgründern ist die Möglichkeit zu scheitern sehr hoch. Daher gaben die Ver- anstalter den teilneh- menden Start-ups Un- terstützung mit auf den Weg. Bei der „Fuck-up- Night“ erzählten zwei Unternehmer und eine Unternehmerin von ihren Krisen in der ei- genen Firma und wie sie damit umgegangen sind. „Diese Geschich- ten vom Scheitern sol- len den Teilnehmern die Angst vor Fehlern nehmen, Offenheit för- dern und eine positive Einstellung zu diesem Thema ermöglichen. Gleichzeitig ermöglicht es der Austausch mit den Teil- nehmern, auch aus den Fehlern anderer zu lernen“, erklärte Organisator Moritz Ness. Manuel Engelhardt von der Agentur Marketing Invasi- on berichtete über ein Fettnäpfchen, das ihm fast die Existenz gekostet hatte: Nachdem er die Gründerjahre erfolgreich überstanden hatte, stockte er sein Team auf acht Mitarbeiter auf. „Ich musste auf die harte Tour lernen, dass mehr Manpower nicht gleich mehr Umsatz bedeutet“, sagte Engelhardt. Oliver Möller von der Werbeagentur Ci-media war ebenfalls nach drei erfolgreichen, ersten Geschäfts- jahren praktisch über Nacht insolvent. „Ich habe den Fehler gemacht, mich vollständig auf meine Projekte zu konzentrieren und habe dabei die Rechnungsstel- lung vernachlässigt“, erzählte Möller. Das führte zu einem Liquiditätsproblem. Inzwischen delegiert Möller diese Aufgabe. Beate Hackmann wollte nach ihrem Ausstieg aus dem Finanzwesen etwas ganz anderes machen und ent- schied sich, Kurse zur Bewegungsschule Feldenkrais und zum Thema Coaching anzubieten. Das Projekt ge- staltete sich sehr mühsam und wenig ertragreich. Und irgendwann kam der Unternehmerin die Erkenntnis: „Ich mache hier etwas völlig Falsches.“ Ihre Lerner- fahrung bestand darin, sich auf ihre Stärken zu kon- zentrieren und gleichzeitig zu bedenken, ob ihr Tun wirtschaftlich profitabel ist. heo Manuel Engelhardt berich- tete auf der Fuck-up-Night über Fettnäpfchen in seinem Unternehmen.
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