Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'19 - Schwarzwald-Baar-Heuberg

5 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 9 titel Kleine Unternehmen EMV E lemente, Materialien, Visionen – dafür steht EMV. Der Name des acht Jahre jungen Bahlinger Un- ternehmens ist Programm: Gründer und Vorstand Dirk Giessler produziert mit seinem inzwischen 30-köp- figen Team (Stand 5. April) Fassadenbauelemente aus verschiedenen Materialien für alle namhaften Hersteller der Baubranche wie Sto, Knauf, Brillux und Gutex. Die Besonderheit ist, dass EMV unter einem Dach umsetzt, was zuvor verschiedene Gewerke einzeln leisten mussten. Beispielsweise werden die Rollladenkästen bereits in die Fassadenelemente der verschiedenen Hersteller integ- riert. „Am Anfang hat uns keiner ernst genommen, inzwi- schen haben wir es geschafft, die Branche zu verändern“, sagt Dirk Giessler, dessen Unternehmen zuletzt rund vier Millionen Euro umgesetzt hat – Tendenz steigend. Um all dies stemmen zu können, war und ist er auf moti- vierte Mitarbeiter angewiesen. Gefunden hat er die meis- ten von ihnen mithilfe des Jobcenters in Emmendingen. Viele waren langzeitarbeitslos und schwer vermittelbar, rund zwei Drittel von ihnen kommen aus Ländern wie Rumänien, Polen und Bulgarien. Dirk Giessler hat ihnen beim Wiedereinstieg ins Berufsleben geholfen– „und das geben sie nun zurück“, berichtet er. So hat der Un- ternehmer seine Mitarbeiter bei der Wohnungssuche unterstützt und für sie gebürgt, Deutschkurse (auch für die Familienangehörigen) finanziert und diesen bei der Suche nach einem Schulplatz und auch sonst beim Um- zug nach Deutschland geholfen. Im Gegenzug verlangt er, dass sie im Betrieb nur deutsch sprechen. „So lernen sie viel schneller“, hat Giessler festgestellt. Er gewährt seinen Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten an sechs Tagen die Woche, bezahlt Fortbildungen, stellt kostenlos die Arbeitskleidung – und lädt sie abends auch mal auf eine Pizza und ein Bier ein. „Das schweißt zusammen, und das ist mir als Chef wichtig“, sagt Dirk Giessler. mae Mittlere Unternehmen Markgräfler Alte Post Hotel F lexible Arbeitszeitmodelle, zwei freie Tage pro Woche am Stück, drei Wochen Urlaub in der Hochsaison und seit Kurzem auch die Möglich- keit, ein Sabbatical zu nehmen – all dies gehört zu den Besonderheiten, die Uschi und Heinrich Mack sowie sein Sohn Fabrice ihren Mitarbeitern im Markgräfler Alte Post Hotel in Müllheim bieten. Für die vom Fachkräftemangel besonders geprägte Branche sind solche Angebote eine Besonderheit. Die 42 Mitarbeiter danken es der Familie Mack mit einer geringen Fluktuation und nur wenigen Krankheitstagen. „Das Wichtigste bei der Mitarbeiterbindung ist, einen attraktiven Arbeitsplatz zu gestalten, der auf die Mitarbeiter zugeschnitten ist, und sie in das Unternehmen einzubinden, sodass sie einen Sinn in ihrer Arbeit sehen“, sagt Heinrich Mack. „Das ist unser Ziel und unsere Herausforderung.“ 1986 hat Heinrich Mack in dem leerstehenden histo- rischen Haus ein Landhotel mit 50 Zimmern und einer Ferienwohnung sowie einem Restaurant mit 80 Plät- zen innen und 60 im großen Garten sowie drei Sälen eröffnet. Unter der Woche ist die Alte Post vor allem für Seminare gefragt, an den Wochenenden bei Kurz- urlaubern sowie für Hochzeiten und andere Feste. Seit Beginn setzt Heinrich Mack auf eine vitale Naturkü- che mit überwiegend vegetarischen Gerichten und auf Nachhaltigkeit. Er verweist darauf, dass die Alte Post seit 2006 mit dem Umweltmanagementsystem Emas zertifiziert ist. Um neue Mitarbeiter zu finden, haben Macks und ihre Mitarbeiter vergangenes Jahr unter anderem ihr Haus auf Karrieremessen in Deutschland und Frankreich so- wie in Berufsschulen präsentiert, aber auch Neuigkei- ten und Stellenanzeigen auf Instagram und Facebook gepostet sowie Flyer in verschiedenen Geschäften verteilt. mae Betreiben das Landhotel Alte Post in Müllheim: Fabrice, Uschi und Heinrich Mack (von links). FACHKRÄFTE finden und binden Bilder: Kunz Die EMV AG produziert Systembauelemente zur Wärmedämmung wie dieses.

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