Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Mai'19 - Hochrhein-Bodensee

5 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 21 IHK Hochrhein-Bodensee REGIO REPORT Branchenanalyse Gesundheitswirtschaft zur BWIHK-Konjunkturumfrage Gedämpfter Optimismus D ie baden-württembergischen Unternehmen der Gesundheits- wirtschaft sind zuversichtlich gestimmt“, fasste Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) für die Gesundheitswirtschaft feder- führenden IHK Hochrhein-Bodensee die Ergebnisse der Konjunktur- Sonderauswertung der Branche zum Jahresauftakt zusammen. Der IHK-Geschäftsklimaindex gab zwar im Vergleich zur Vorumfrage weiter nach. Er lag mit 133 Zählern jedoch nach wie vor auf einem sehr guten Niveau. Zudem hat sich die Lagebeurteilung der Unternehmen weiter verbessert. Deutlich mehr als die Hälfte bewerteten ihre aktu- ellen Geschäfte als gut. Lediglich 4,4 Prozent berichteten von einer schlechten Lage. Dies ist eine Verbesserung um über drei Punkte. Allein die Geschäftserwartungen waren etwas gedämpfter als noch vor einem Jahr. Die Unternehmen stellten sich auf eine Stabilisierung der aktuellen Lage ein. Fast 60 Prozent rechneten mit gleichbleibenden Geschäften, rund 28 Prozent gingen von einer Verbesserung aus. Auch zum Jahresbeginn 2019 deuteten alle Anzeichen in der regionalen Gesundheitswirtschaft darauf hin, dass sich die positive Beschäf- tigungsentwicklung in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Während nahezu zwei Drittel an der aktuellen Belegschaft festhalten, plant jedes vierte Unternehmen, neues Personal einzustellen. Mit ei- nem Anteil von rund elf Prozent der Betriebsstätten und rund 545.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistik-Service-Südwest, Frankfurt) stellt die Gesund- heitswirtschaft einen gewichtigen Anteil an der Gesamtwirtschaft in Baden-Württemberg. „Der positive Beschäftigungstrend in der Branche hält an“, so Marx weiter. Er könne aber nur realisiert werden, wenn die passenden Fachkräfte vorhanden sind und auch gefunden werden. Das werde immer schwieriger. Der Fachkräftemangel ist schon lange das am häufigsten genannte Risiko für die weitere Ent- wicklung der Geschäfte. Zunehmend besorgt waren die Unternehmen zu Beginn des Jahres auch im Hinblick auf die Nachfragemärkte sowie die Energiepreise. Dass die Branche mit einer leichten Abkühlung der Kon- junktur rechnet, lässt sich an ihren Erwartungen erkennen. Zwar rechneten noch fast 48 Prozent mit steigenden Umsätzen, jedoch fürchtet mehr als jedes zehnte Un- ternehmen einen Rückgang. Vor einem Jahr lag dieser An- teil bei knapp fünf Prozent. Diese Unsicherheiten führten auch dazu, dass die Investiti- onsbereitschaft nicht mehr ganz so deutlich zunimmt wie vor einem Jahr. Ein Grund dafür dürfte – zumindest in der für Baden-Württemberg wichtigen Medizintechnikbranche – in den Ende Mai 2017 in Kraft ge- tretenen neuen EU-Verordnungen zu Medizinprodukten (MDR) sowie zu In-vitro-Diagnostika (IVDR) liegen. Diese sorgen für zusätzliche Bürokratie und erschweren den Marktzugang vor allem für kleine und mittelständische Anbieter. In der Folge rechnen viele Medizintechnik- unternehmen mit erheblichen Schwierigkeiten, innovative Produkte zukünftig auf den Markt zu bringen. Dennoch planten Anfang des Jahres noch immer fast 37 Prozent aller Unternehmen in der gesamten Gesundheitswirtschaft mit einer Ausweitung der Investitionen. Stark angestiegen ist der Anteil an Unternehmen, die in die Digitalisierung investieren wollen – die Branche rüstet sich für die Zukunft. Und gera- de hier könnten günstigere Rahmenbedingungen noch mehr bewirken. „Ein wichtiger Baustein für die Erhöhung der Innovationsaktivitäten ist die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung. Mittler- weile ist Deutschland eines der letzten Länder innerhalb der EU, das Forschung und Entwicklung nicht steuerlich begünstigt. Hier muss die Politik endlich aktiv werden, damit wir im internationalen Wettbewerb nicht ins Hintertreffen geraten“, so Marx. bwihk Geprüfter Personalfachkaufmann Neuer Turbolehrgang P ersonalmanagement ist facettenreich und vielschichtig. Die zu- ständigen Mitarbeiter müssen in der Lage sein, Personalarbeit auf Grundlage rechtlicher Bestimmungen zu organisieren und durchzufüh- ren, Personalplanung, -marketing und -controlling zu gestalten sowie Personal- und Organisationsentwicklung zu steuern. Die Weiterbildung zum Geprüften Personalfachkaufmann, die die IHK anbietet, ist eine hervorragende Grundlage für die Übernahme von verantwortungsvol- len Aufgaben und den beruflichen Aufstieg in Führungspositionen. Den Teilnehmern wird über ein Jahr umfassendes Know-how vermittelt. Die Ausbildereignung (AEVO) ist ein Bestandteil der Prüfung und muss als Zulassungsvoraussetzung nachgewiesen werden. Die AEVO wird nicht im Rahmen des Lehrgangs angeboten und kann bei Bedarf in den AEVO-Lehrgängen der IHK absolviert werden. Die Weiterbildung beginnt am 7. Oktober im IHK-Gebäude in Konstanz. sho Martina Muffler, Weiterbildungsberaterin, 07531 2860-118,  martina.muffler@konstanz.ihk.de Geprüfter Technischer Fachwirt Neue Weiterbildung B etriebswirtschaftliche und technische Unternehmensbereiche greifen immer mehr ineinander. Umso wichtiger ist es, dass technisch ausgebildete Mitarbeiter ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse vertiefen und sich kaufmännische Mitarbeitende das nötige technische Know-how aneignen, um Produktionsabläufe im Zusammenhang zu erkennen. Der Lehrgang zum Geprüften Tech- nischen Fachwirt bietet genau das. Startschuss für den eineinhalb Jahre andauernden Lehrgang ist der 25. November. Unterrichtet wird immer freitags von 17 bis 21 Uhr und samstags von 8 bis 15.30 Uhr in der Robert-Gerwig-Schule in Singen. Zusätzlich dazu werden vier Blockwochen im IHK-Gebäude in Konstanz abgehalten, und zwar an folgenden Terminen: 25. bis 30. November 2019, 24. bis 29. Februar 2020, 31. August bis 5. September 2020 und 12. bis 17. April 2021 jeweils von 8 bis 15.30 Uhr. sho Martina Muffler, Weiterbildungsberaterin, 07531 2860-118,  martina.muffler@konstanz.ihk.de Bild: chombosan

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