Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'19 - Südlicher Oberrhein

4 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 23 M it dieser Ausgabe der „Wirtschaft im Südwes- ten“ veröffentlicht die IHK Südlicher Oberrhein ihren Jahresbericht. Was waren die großen Themen, mit denen sich die IHK für ihre Mitglieder 2018 beschäf- tigt hat? Wo lagen die Schwerpunkte in der Arbeit der sechs Geschäftsbereiche? Wie die IHK-Mitarbeiterin- nen und -Mitarbeiter aus den einzelnen Geschäftsbe- reichen einige Unternehmen ganz konkret unterstützt haben, beschreiben sieben Mitglieder, illustriert von einer Portraitserie. Der Jahresbericht informiert außerdem über neue Projekte und präsentiert Zahlen und Fakten aus dem vergangenen Jahr. Ein ausführlicher Konjunkturrück- Neuer Service der IHK für Azubis und Ausbildungsbetriebe Der Begleiter I m Verantwortungsbereich der IHK Südlicher Oberrhein werden pro Jahr knapp zehn Prozent der Ausbildungsverträge vorzeitig gelöst. Zwar entscheiden sich einige dieser Abbrecher für eine andere Ausbildung oder ein Studium. Für kleine und mittlere Unternehmen ziehen Vertragslösungen je- doch große finanzielle und personelle Belastungen nach sich, ungeachtet dessen, ob die Auszubildenden ihre berufliche Entwicklung anderweitig fortsetzen. Damit es erst gar nicht zum Abbruch kommt, ist seit Februar IHK-Ausbildungsbegleiter Markus Keßner im Einsatz. „In vielen Fällen könnte die Vertragsauflösung verhindert werden, wären die Anzeichen erkannt und offene Gespräche geführt worden“, sagt der neue Mann im Team des Geschäftsbereichs Aus- und Wei- terbildung. Die Statistik gibt ihm recht: 50 Prozent der betroffenen Betriebe in Baden-Württemberg sagen, ein Abbruch hätte mit frühzeitiger Vermittlung verhindert werden können. Unter den Auszubildenden sind sogar 75 Prozent dieser Meinung. Keßner ist einer von 20 Ausbildungsbegleitern im Land und Teil des Projekts „Erfolgreich ausbilden! – Ausbildungsqualität sichern“ vom Landeswirtschaftsministerium. Zwei Jahre lang wird die Stelle bei der IHK zu 80 Prozent vom Minis- terium gefördert. Zielvorgabe ist die Betreuung von kontinuierlich 35 Jugendlichen, mit vier jungen Leuten ist er bereits in Kontakt. Die Erfolge der bereits akti- ven Ausbildungsbegleiter sprechen für das Projekt: In etwa 76 Prozent der abgeschlossenen Fälle wurde eine Vertragslösung vermieden. Doch wie lässt sich die Unzufriedenheit, die zum Aus- bildungsabbruch führt, rechtzeitig erkennen? „Das ist ein schleichender Prozess“, sagt Keßner, „da gibt es viele Indikatoren, beispielsweise fehlende Motivation, unentschuldigtes oder häufiges Fehlen, wiederholtes Zuspätkommen.“ Wenn das Umfeld diese Anzeichen auch sieht, braucht es doch die Un- terstützung von außen. „Bei einer zunächst fremden Person ist das Konfliktpotenzial einfach deutlich niedriger als im Gespräch mit El- tern, Ausbildern oder Lehrern“, weiß der Ausbildungsbegleiter. Keß- ner hat unter anderem zwei Jahre lang Arbeitssuchende auf dem Weg zurück in die Arbeit bei der Hand- werkskammer unterstützt; neun Jahre war er bei der Jugendberufs- hilfe Ortenau tätig und zuvor in der katholischen Jugendarbeit sowie in der Arbeitnehmerseelsorge aktiv. Keßner hat zudem eine zweijährige Ausbildung zum Betriebsseelsorger sowie verschiedene Zertifikate. Und auch mit der dualen Ausbil- dung kennt sich der 56-Jährige aus: „Meinen Berufsweg habe ich als Schlosser begonnen.“ Um Kontakt zu potenziellen Ausbildungsabbrechern auf- zunehmen, will Keßner Sprechzeiten an den Beruflichen Schulen einrichten. Verbindungen zu den Schulsozialar- beitern gibt es schon. Das Angebot soll möglichst nieder- schwellig sein. Die Schwierigkeiten der jungen Leute sind weitreichend, weiß Keßner: „Das geht von Zweifeln an der Berufswahl über Schulden bis zu Drogenproblemen.“ So langwierig der Prozess von der ersten Unzufrieden- heit zur endgültigen Vertragslösung, so zeitaufwendig ist auch die Begleitung eines potenziellen Abbrechers. „Aber es lohnt sich“, glaubt der erfahrene Mann. „Dem Betrieb geht ein Facharbeiter verloren. Und auch die finanziellen Auswirkungen sind hoch. Im Durchschnitt kostet so eine Vertragslösung inklusive Neubesetzung einen Betrieb etwa 7.000 Euro.“ naz Markus Keßner Tel. 0761 3858-164 kessner@ freiburg.ihk.de www.suedlicher- oberrhein.ihk.de (Suchnummer 4351384) Seit Februar ist IHK-Aus- bildungsbegleiter Markus Keßner im Einsatz am südlichen Oberrhein. und -ausblick beleuchtet die wirtschaftliche Lage am südlichen Oberrhein. Der Jahresbericht legt die Bilanz der IHK offen und gibt über die finanzielle Si- tuation transparent Auskunft. Zusätzlich zeigt der Geschäftsbericht auch die wichtige Arbeit des Eh- renamts auf. Mit der Vorstellung von Präsidium und Vollversammlung sind die Köpfe an der Spitze – „das Parlament der Wirtschaft“ – zu sehen. Zwei Seiten beschreiben die Arbeit und die Themen in den acht Fachausschüssen. sb Den IHK-Jahresbericht gibt es auch online unter www.suedlicher-oberrhein.ihk.de/Jahresbericht IHK-Jahresbericht veröffentlicht Das Wichtigste aus zwölf Monaten IHK-Arbeit

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