Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'19 - Hochrhein-Bodensee
Wirtschaft im Südwesten 4 | 2019 24 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee TASK – Tandems von Auszubildenden und Studierenden in Konstanz Hilfe für Azubis mit Fluchthintergrund J ugendlichen mit Fluchthintergrund in Deutschland eine Zukunft zu ermöglichen und sie erfolgreich zu integrieren, bedeutet auch, ihnen berufliche Chancen zu bieten. Eine sehr gute Möglichkeit zum Einstieg in das Berufsleben bietet die duale Ausbildung. Dort stehen die jungen Geflüchteten jedoch vor vielen Herausforderungen, etwa was das Beherrschen der deutschen Sprache, der Fachsprache, die berufs- schulischen Anforderungen (etwa in Mathematik) oder die Überwindung von kulturellen Unterschieden angeht. Um Auszubildenden mit Fluchthintergrund die erste Zeit in der dualen Ausbildung zu erleichtern, entstand im Rahmen einer Kooperation der Beschäf- tigungsgesellschaft des Landkreises Konstanz, der IHK, des Landratsamts Konstanz und der Universität Konstanz das Projekt Tandems von Auszubildenden und Studierenden in Konstanz (TASK). Während des Wintersemesters 2018/2019 unterstützten 22 Stu- dierende der Wirtschaftspädagogik 22 Auszubildende mit Fluchthintergrund in Tandempartnerschaften bei vielfältigen Fragen rund um die Ausbildung. Zu Beginn erhielten die Studierenden eine wissen- schaftliche Einführung zur spezifischen Situation Ge- flüchteter in der beruflichen Bildung sowie zu Aspek- ten ethnischer Ungleichheiten und Diskriminierung. Darüber hinaus absolvierten sie ein interkulturelles Training zur Vorbereitung auf ihre Tandempartner- schaft. Anschließend gaben sie in regelmäßig statt- findenden Treffen eine individualisierte, am Bedarf der Auszubildenden orientierte fachliche Unterstüt- zung, beispielsweise zu berufsschulischen Inhalten, zu Lernstrategien und zur Prüfungsvorbereitung. Ihre Erfahrungen während der Praxistätigkeit bereiteten die Studierenden in begleitenden Supervisionssitzungen nach und reflektierten ihre Treffen in einem Lernta- gebuch. In einer Abschlusssitzung in den Räumlichkeiten der IHK am 31. Januar berichteten die Tandempaare von ihren Erfahrungen. Diese waren trotz kleinerer Hürden durchgehend positiv und für beide Seiten lehrreich, so der allgemeine Tenor. In den Studierenden fanden die Geflüchteten Ansprechpartner in Sachen Ausbil- dung, aber auch in allgemeinen Fragen wie deutscher Geschichte, Politik und Kultur. Die Studierenden sam- melten Erfahrungen für ihre spätere Lehrtätigkeit als Berufsschullehrkräfte und lernten zudem einiges über die Kultur der Tandempartner. Neben den fachlichen Themen hätte sich auch oft Privates mit ins Gespräch gemischt, so erzählen mehrere Teilnehmende bei der Abschlusssitzung, so dass aus einigen Tandempartner- schaften Freundschaften entstanden sind. Es ist geplant, die fachliche Unterstützung im Sommer- semester 2019 weiterzuführen und im Wintersemester 2019/2020 mit einer neuen Kohorte von Auszubilden- den und Studierenden zu starten. doe Jan Vollmar, Telefon 07531 2860-181, jan.vollmar@konstanz.ihk.de Die teilnehmenden Studierenden und Auszubildenden gemeinsam mit den Koordinatoren Stephan Schuman, Professor für Wirtschaftspädagogik an der Universität Konstanz, Manfred Hensler, ehemaliger Oberstudiendirektor der Robert-Gerwig-Schule, IHK-Projektleiter Jan Vollmar (vordere Reihe von links) sowie Elisabeth Maué von der Universität Konstanz (hinterste Reihe, 4. von links), Paul Glaßner von der Beschäftigungsgesellschaft des Landkreises Kons- tanz (hinterste Reihe, 7. von links) und Barbara Ette, Integrationsbeauftragte des Landratsamts Konstanz (rechts daneben).
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