Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe April'19 - Hochrhein-Bodensee
Wirtschaft im Südwesten 4 | 2019 20 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee Neue Ausbildungsbotschafter geschult Lust auf Ausbildung machen F ür viele Jugendliche ist es nicht einfach, sich für einen Beruf zu entscheiden, der zu ihren Fähigkei- ten und Interessen passt. Ihnen dabei zu helfen, ist der IHK Hochrhein-Bodensee ein großes Anliegen. Des- halb werden seit Oktober 2011 erfolgreich sogenannte Ausbildungsbotschafter in verschiedene Schulen und Schulklassen entsendet. Im Rahmen dieser Initiative sollen junge Menschen für eine duale Berufsausbildung begeistert werden. Und das funktioniert so: Mindestens zwei junge Auszu- bildende besuchen gemeinsam eine Schulklasse und berichten von ihrem Beruf, dem Weg dorthin, der Be- rufsausbildung, den Karrieremöglichkeiten und vielem mehr. Im Anschluss beantworten sie Fragen der Schü- ler. Die Ausbildungsbotschafter geben somit direkte und authentische Einblicke in interessante Berufe. Ziel ist es, die betriebliche Ausbildung als Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben in den Fokus der Schüler zu rücken und sie zu motivieren, sich intensiv mit den vielfältigen Chancen einer dualen Berufsausbildung auseinanderzusetzen. „Die Schnittstelle Übergang Schule zu Beruf beziehungsweise Schule zu Studium stellt für viele Jugendliche eine Hürde dar“, sagt Luisa Greif, Koordinatorin der Ausbildungsbotschafter bei der IHK. „Die Schülerinnen und Schüler sollen durch die Ausbildungsbotschafter aus erster Hand erfahren, was sie in der Berufswelt erwartet.“ Die Auszubilden- den geben wertvolle Tipps und raten den Schülerinnen und Schülern immer wieder dazu, sich frühzeitig mit ihrer Berufswahl zu beschäftigen und Praktika zu ab- solvieren. Sieben Auszubildende sind in diesen Tagen zu Aus- bildungsbotschaftern für die duale Berufsausbildung geschult worden. Es ist gar nicht lange her, dass sie selbst noch auf der Schulbank saßen. Bald werden sie vor den Schulklassen stehen und von ihren Beru- fen, dem dualen Ausbildungssystem und den damit verbundenen Chancen berichten. Die Koordinatorin Luisa Greif zeigte in der Schulung, wie die zukünfti- gen Ausbildungsbotschafter ihren Ausbildungsweg, ihren Ausbildungsberuf und die täglichen Aufgaben vor Schulklassen überzeugend vorstellen können. Zudem wurden auch Gruppenarbeiten, unter anderem zum Thema „Ausbildung“, durchgeführt. Die Schulung ist für die Auszubildenden kostenfrei. Für die Teilnahme werden sie von ihren Betrieben freigestellt. „Die Ausbildungsbotschafter sind eine tolle Möglich- keit, damit die Schüler die Chance einer Ausbildung erkennen. Die Begegnungen auf Augenhöhe und der direkte Kontakt zum Berufs- und Arbeitsleben ist die beste Werbung für die duale Ausbildung“, erklärt Luisa Greif. „Nicht nur die Schülerinnen und Schüler profitie- ren von der Initiative, sondern auch die Ausbildungs- botschafter selbst, denn sich vor eine Klasse zu stellen und vom eigenen Werdegang und der Ausbildung zu berichten, stärkt auch die Persönlichkeitsentwicklung.“ Zurzeit sind für die IHK Hochrhein-Bodensee 220 Aus- bildungsbotschafter im Einsatz. Seit 2011 wurden hier bereits 948 geschult. Seit 2015 werden bei Elternabenden auch Senior-Aus- bildungsbotschafter eingesetzt, um Eltern über die Chancen einer beruflichen Ausbildung zu informieren. Dies sind Beschäftigte und Führungskräfte aus der Wirtschaft, die ihre berufliche Karriere mit einer be- trieblichen Ausbildung begonnen haben. LG Die neuen Ausbildungsbot- schafter und die regionale Koordinatorin der IHK Hochrhein-Bodensee Luisa Greif (rechts). Hintergrund Seit Beginn der Initiative im August 2011 wurden in Baden-Württemberg 14.600 Auszubildende zu Ausbil- dungsbotschaftern geschult. Derzeit sind rund 4.540 Ausbildungsbot- schafter aus circa 220 verschiedenen Ausbildungsberufen aktiv. Landesweit fanden mehr als 13.570 Schuleinsät- ze statt und somit konnten bisher 345.000 Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Gefördert wird das Projekt Ausbildungsbotschafter vom Ministerium fürWirtschaft,Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Partner der Initiative sind der Baden- Württembergische Handwerkstag, die Landesvereinigung Baden-Württem- bergischer Arbeitgeberverbände und der Deutsche Gewerkschaftsbund. Die Leitstelle dieser Initiative ist beim Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag angesiedelt.
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