Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'19 - Südlicher Oberrhein

Wirtschaft im Südwesten 3 | 2019 46 THEMEN & TRENDS L ithium ist elementarer Bestandteil von Lithium-Ionen-Akkus, die fast alle batteriebetriebenen Geräte, vom Smartphone über den Akkuschrauber bis zum Elektrofahrzeug, mit Energie versorgen. Benötigt wird es auch für Speichersysteme von Energie aus regene- rativen Quellen. Die Nachfrage soll sich bis 2025 verdoppeln. Eines der weltweit größten Lithiumvorkommen befindet sich am Salar de Uyuni - rund zehn Millionen Tonnen in guter Qualität. Das Projekt Das jetzt gegründete Joint Venture – es heißt „YLB ACISA E.M.“ – gehört zu 51 Prozent der bolivianischen Firma und zu 49 Prozent dem deutschen Unternehmen. Ein kleiner Teil der gewonnenen Lithi- umhydroxidmenge soll in dem südamerikanischen Land verbleiben und dort - zusammen mit weiteren Ausbaustufen - zum Aufbau einer Produktion von Kathodenmaterial und Batteriesystemen dienen, ein größerer Teil kann exportiert werden. Diese Ausfuhr darf erstmals in Bolivien geschehen, denn die Rohstoffe gehören in diesem Land prinzipiell dem Volk. Dafür musste ein eigenes Gesetz geschaffen werden. Die neue Anlage zur Gewinnung und Herstellung des Li- thiumhydroxids soll neben einer bereits bestehenden Anlage für die Produktion von Kaliumchlorid und Lithiumcarbonat, die sich im Besitz von YLB befindet, gebaut werden. Diese Anlage verfügt bereits über große Verdunstungsbecken, aus denen die Restsole stammt, die für die neue Anlage als Basisprodukt dient. Der See muss also nicht extra weiter abgebaut werden. Für die neue Anlage hat ACISA gemeinsam mit im Unterauftrag tätigen Partnern, so der K-UTEC AG Salt Technologies aus Sondershausen in Thüringen, ein Unternehmen aus Zimmern o.R. und Bolivien gründen Joint Venture Lithium gewinnen Mit dem Ziel, aus der Sole des in den bolivianischen Anden gelegenen Salzsees Salar de Uyuni jährlich 35.000 bis 40.000 Tonnen Lithiumhydroxid zu gewinnen, haben die deutsche Firma ACI Systems Ale- mania GmbH (ACISA) und das bolivianische Staatsunternehmen Yacimientos de Litio Bolivianos (YLB) Mitte Dezember ein Joint Venture gegründet. Die Chefs der beiden Unternehmen, leisteten ihre Unter- schriften in Berlin im Beisein hoher Regierungsvertreter beider Länder. Auch das Medieninteresse war groß: kein Wunder, ist Lithium doch ein weltweit hoch begehrter Rohstoff.

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