Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'19 - Südlicher Oberrhein

3 | 2019 Wirtschaft im Südwesten 9 CHRONOLOGIE Sommer 2006: Interne Überlegungen zur Zukunft des Stadions angestoßen von der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland. August 2009: Die Führung des SC Freiburg lässt öffentlich verlauten, sie denke über ein neues Stadion nach. September 2009: Der SC Freiburg gibt eine Machbarkeitsstu- die zu Um- oder Neubau eines Stadions in Auftrag. März 2011 : Stadt und SC gründen eine Arbeitsgruppe, die klären soll, wo der SC Freiburg in Zukunft Fußball spielt – im bestehenden, aber umgebauten Stadion an der Schwarzwald- straße oder in einem Neubau an einem anderen Ort. November 2011 : Stadt und SC Freiburg veröffentlichen ein Gutachten zum neuen Stadion mit 24 möglichen Standorten. November 2012 : Der Umbau des bestehenden Stadions ist vom Tisch, die Zeichen stehen auf Neubau. Dezember 2012 : Der Freiburger Gemeinderat entscheidet, 3 der 24 vorgeschlagenen Standorte für einen Stadionneubau genauer zu prüfen. April 2013 : Bei der Analyse der Gutachter schneidet der Standort Wolfswinkel/Flugplatz am besten ab. November 2014 : Der Freiburger Gemeinderat stimmt für ein neues Stadion am Flugplatz. Februar 2015 : Beim Bürgerentscheid votieren die Freiburger mit 58,2 Prozent für ein neues Fußballstadion am Flugplatz. Juni 2015: Die Entwürfe der Bebauungspläne liegen aus. Februar 2016: Das Land sagt einen Zuschuss von 16 Millionen Euro für die das Stadion umgebende Infrastruktur zu. August 2017: Der Siegerentwurf des Stadions wird vorgestellt. Juli 2018: Der Freiburger Gemeinderat beschließt den Bebau- ungsplan für das neue Stadion. November 2018: Das Regierungspräsidium Freiburg erteilt die Baugenehmigung, und Anwohner reichen Klage ein. März 2019: Feierliche Grundsteinlegung; Entscheidung des Verwaltungsgerichts Freiburg über einen Baustopp erwartet. Sommer 2020: geplante Einweihung/Fertigstellung. Entworfen hat die neue Spielstätte das Büro HPP Architekten aus Düsseldorf, als Totalunternehmer fungiert die Köster GmbH aus Osnabrück. Köster und HPP Architekten haben bereits mehrere Fußball- oder Sportarenen gebaut beziehungsweise modernisiert. Zu ihren gemeinsamen Projekten zählen das Steiger- waldstadion in Erfurt und die „BayArena“ in Lever- kusen. Ob beziehungsweise mit welchen regionalen Firmen das Unternehmen in Freiburg zusammenar- beitet, konnte Köster-Sprecher Björn Plantholt Anfang Februar nicht sagen, betonte aber: „Interessierte Un- ternehmen können sich noch einbringen. Für Köster ist die Einbindung regionaler Firmen wünschenswert, da die örtliche Nähe verschiedene Vorteile mit sich bringt.“ Für die zurzeit laufenden, von der Stadt ver- gebenen Infrastrukturmaßnahmen sind drei regionale Baufirmen zugange: Vogel-Bau aus Lahr, die Schleith GmbH aus Waldshut-Tiengen und die Firma Joos aus Hartheim. B auherr und Besitzer des neuen Stadions ist die Stadion Freiburg Objektträgergesellschaft GmbH & Co. KG (SFG), an der die Stadt und der Sport- club beteiligt sind. Das Grundstück gehört der Stadt. Rund 80 Millionen kostet die neue Spielstätte inklusive der stadioneigenen Infrastruktur wie Trainingsplätze und einem Teil der Parkplätze. Davon steuert der Sportclub knapp 30 Millionen Euro aus seinen Rücklagen bei, 10 Millionen Euro für die dortige Infrastruktur kommen als Zuschuss vom Land, und 40 Millionen Euro laufen über Darlehen, die über die Pachteinnahmen finanziert wer- den, die der Sportclub an die SFG zahlt. Ein möglicher Abstieg in die zweite Bundesliga ist mit einkalkuliert. Sollte der SC Freiburg aber in die dritte Liga abstei- gen (dort spielte die Mannschaft zuletzt in der Saison 1977/78), dort länger bleiben und die Pacht nicht mehr bezahlen können, dann, so steht es im Vertrag, müssen beide Parteien Gespräche führen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Dass die Stadt Freiburg dieses Risiko eingeht und gemeinsam mit dem Sportclub ein neues Stadion baut, hat mehrere Gründe: „Der Sportclub Freiburg ist neben der Stadt, der Universität und dem Münster ein wahnsinniger Sympathie- und Imageträger für die Stadt“, sagt der Freiburger Baubürgermeister Martin Haag. Außerdem verschaffe der Verein der Stadt Bekanntheit. „Deshalb ist es wichtig, dass wir dem Sportclub Freiburg die Chance bieten, auch langfris- tig in der Bundesliga bestehen zu können.“ Das neue Stadion sei für diesen nun mal eine Frage des sportli- chen Überlebens. Für die Stadt Freiburg ist das Stadion zurzeit eines von mehreren großen Bauprojekten. „Zwar nicht von den Kosten, aber von der Gebäudegröße und der späteren Sichtbarkeit, ist es das bedeutendste“, sagt Martin Haag. Die Stadt zahlt rund 50 Millionen Euro für die Infrastruktur um das Stadion herum. Darin enthalten sind rund 6 Millionen Euro Landeszuschüsse. Das Geld wird beispielsweise für Straßen und Wege ver- wendet, um das Areal auch für die Anlieger Universität und Fraunhofer IPM, die dort zurzeit ebenfalls bauen, zu

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5