Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe März'19 - Südlicher Oberrhein
Wirtschaft im Südwesten 3 | 2019 8 Anschluss“, sagt Leki. Die allermeisten Wettbewerber hätten diesen Kurs längst eingeschlagen. I n der Saison 2017/18 hat der SC Freiburg einen Rekordumsatz von 100,3 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 11,1 Millionen Euro erwirt- schaftet. Mit 15 Prozent haben die Sponsoringeinnahmen nur einen kleinen Anteil am Umsatz. Den größten Brocken machen die Fernsehgelder mit rund 40 Prozent aus. Die- se „relativ starke Abhängigkeit“ möchte Leki verringern. „Der Anteil durch Sponsoring muss steigen“, sagt er. Im neuen Stadion soll es einen größeren und vor allem zusammenhängenden VIP-Bereich für insgesamt 2.000 Personen auf drei Ebenen geben, zu dem 20 Logen mit je zehn Plätzen für Firmenkunden und deren Gäste ge- hören (siehe Kasten Seite 10). Außerdem können Unter- nehmen oder andere Interessenten die Räumlichkeiten für Events mit 50 bis zu 2.000 Gästen buchen. Bislang finden etwa ein Dutzend Veranstaltungen mit maximal 200 Personen pro Jahr im Stadion statt. „Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten lässt sich dies im aktuellen Stadion nicht weiter ausbauen“, so Leki. Einen Großteil der Einnahmen mit ein bis zwei gro- ßen Sponsoren zu erwirtschaften, wie dies manchen Spitzenvereinen gelingt, sei für den Sportclub nicht möglich. „Wir können nur erfolgreich sein, wenn wir viele Unternehmen aus der Region an unserer Seite haben“, sagt Leki. Insgesamt rund 280 Sponsoren hat der SCFreiburg zurzeit. Die meisten von ihnen kom- men aus einem Radius von rund 200 Kilometern, aber auch etliche überregionale sind darunter, Tendenz steigend. Während regionale Partner gerne die Spiele besuchen und dies mit dem Pflegen ihrer Netzwerke verbinden würden, sei beispielsweise überregionalen Sponsoren vor allem die Fernsehpräsenz und damit die Bandenwerbung wichtig. Eines eint jedoch alle: „Die Unternehmen möchten durch ihr Engagement beim Sportclub ihre Bekanntheit erhöhen und versprechen sich einen positiven Imagetransfer“, betont Leki. Dem Verein sei die Pflege dieser Partnerschaften wichtig. „Es gibt aber viele Unternehmen in der Region, die noch nicht beim Sportclub engagiert sind. Diese wollen wir von einer Zusammenarbeit überzeugen“, sagt Leki. „Dabei spielen auch Partnerschaften mit Unternehmen aus Frankreich und der Schweiz eine Rolle.“ O ffen ist noch, wie das neue Stadion heißen soll. „Der Verein befindet sich in Verhandlungen“, berichtet Leki. Entschieden sei noch nichts. Zu Verträgen und deren Laufzeiten, ob von Sponsoren oder Spielern, äußert sich der Sportclub grundsätzlich nicht. Unklar ist ebenfalls, ob die externen Unternehmen, die im Schwarzwaldstadion arbeiten, auch im neuen Sta- dion zum Zug kommen. Die 25 Kioske am bestehenden Standort pachtet das Freiburger Gastronomieunterneh- men Bellini, das eine Handvoll selbst betreibt und die übrigen weiter verpachtet. Am Gastronomiekonzept fürs neue Stadion arbeitet der Verein noch. Ebenfalls steht noch nicht fest, ob der zurzeit beauftragte Sicherheits- dienst, der an Spieltagen die Fans am Eingang kontrol- liert - die weiteren Aufgaben der Ordner organisiert der Verein selbst - weiterbeschäftigt wird. Diese und weitere Ausschreibungen sollen in den nächsten Monaten nach und nach folgen. Sicher ist indes, dass die Verwaltung des Sportclubs und damit 80 SC-Mitarbeiter ins neue Stadion ziehen werden. Insgesamt hat der Verein rund 340 Beschäftige – dazu zählen auch die Spieler, Trainer und Mitarbeiter des Ordnungsdienstes. Visualisierungen: HPP Architekten/WillMore So soll das neue Stadion des SC Freiburg einmal aussehen (Blick von Süden). Am rechten Rand schließen die Gebäude von Technischer Fakultät und Fraunhofer IPM an, die ebenfalls noch gebaut werden, rechts oben die Messe. Hinter dem Stadi- on liegt der Flugplatz. TITEL
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