Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Januar'19 - Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 1 | 2019 30 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg Gästekarte für die Schwäbische Alb Schub für den Tourismus D er Schwarzwald hat eine, das Saarland auch und das Allgäu ebenfalls: eine Gästekarte. Im Frühjahr wird die Entscheidung über die Einführung einer Gästekarte für die Schwäbische Alb fallen, ab 2020 sollen dann die ersten Gäste die Karte in Händen halten. Sie funktioniert so: Jeder touristische Übernachtungsgast bekommt von seinem Gastgeber die „Schwäbische Alb Card“ beim Check- In. Der Gast kann mit der Karte zahlreiche Attraktionen jeden Tag seines Aufenthalts jeweils einmal kostenlos besuchen, etwa Burgen, Schlösser, Museen, Höhlen und Bäder. Zudem steht ihm der ÖPNV so oft er möchte kostenfrei zur Verfügung. Machbarkeitsstudie erfolgreich Seit vergangenem Jahr prüft die Schwäbische Alb, ob es auch hier ein solches Angebot geben kann. Eine Machbarkeitsstudie von den IHKs auf der Schwäbischen Alb, dem Schwäbische Alb Tourismusverband und dem Dehoga Baden-Württemberg hatte zuletzt gezeigt: Hoteli- ers und andere touristische Anbieter sind für eine Karte und stehen der Einführung offen gegenüber. „Die Schwäbische Alb hat bei den freizeittouristischen Über- nachtungszahlen noch enormes Aufholpotenzial. Mit einer starken Gäste- karte schaffen wir einen Buchungsgrund für diese Gästegruppe“, erklärt Lou- is Schumann, Geschäfts- führer des Schwäbische Alb Tourismusverbands. Die Erfahrungen aus an- deren Destinationen in Deutschland zeigen: Seit Einführung der Gästekar- te konnten die Ankünfte, die Bettenauslastung und die Übernachtungen über- durchschnittlich gesteigert werden. Dieser Erfolg lässt sich auf der Schwäbischen Alb wiederholen, denn der Gast erwartet heute Zu- satzleistungen von seiner Unterkunft und seiner touristischen Destination. „Mit der Karte wird aus Sicht der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg auch im Landkreis Tuttlingen die Zufriedenheit der Gäste gesteigert“, sagt Anne Spreit- zer, IHK-Projektleiterin Tourismus. Finanzierung über Umlage Die Gästekarte wird von den Gastgebern über einen übernachtungs- basierten Beitrag, die sogenannte Umlage, finanziert: für einen Erwachsenen 3,50 Euro und für Jugendliche 2,20 Euro pro Nacht, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. Kinder unter sechs Jahren sind frei. Die Umlage wird nach einem nutzungsabhängigen Verteilungs- schlüssel an die angeschlossenen Leistungspartner ausgeschüttet. Ein Teil des Geldes dient der Finanzierung der Technik, des Marke- tings und des Projektmanagements. Viele Gastgeber preisen den Umlagebetrag in den Übernachtungspreis ein, manche greifen mit Blick auf die Marketingpower des Projekts zur Finanzierung auch auf ihre Marketingbudgets zurück. Gleichwohl wird die Karte nicht allein von den Unterkunftsbetrieben finanziert, erklärt Schumann: „Die Leistungsträger leisten ebenfalls ihren Beitrag, weil die Eintritte der Karteninhaber lediglich stark rabattiert vergütet werden.“ Die Karte wird auch ins Marketing der Schwäbischen Alb eingebunden und unterstützt die Markenbildung der gesamten Region - vom Gastgeberverzeichnis über Prospekte bis zum Internetauftritt. Derzeit laufen letzte Gespräche, um möglichst viele Unterkunftsbe- triebe und Leistungspartner beim Start der Karte an Bord zu haben. Louis Schumann ist guten Mutes: „Das ist für alle erst einmal etwas völlig Neues und bedarf vieler Gespräche.“ Zwischenzeitlich haben sich jedoch bereits mehrere Dutzend Gastgeber und Leistungs- partner zur Teilnahme entschlossen. „Mit der Gästekarte wird der Übernachtungstourismus auf der Schwäbischen Alb einen enormen zusätzlichen Schub bekommen“, so Schumann abschließend. AS Anne Spreitzer, Projektleiterin Tourismus Telefon: 07721 922-156, spreitzer@vs.ihk.de Die Karte Wer bekommt sie? Die Karte macht den Gästen touristische Freizeit- und Kultureinrichtungen auf der Schwäbischen Alb kostenfrei verfügbar. Gastgeber händigen sie den touristischen Übernachtungsgast beim Check-In aus. Wie funktioniert sie? Ganz elektronisch! Sie wird bei der Gästeanmeldung über ein Terminal initia- lisiert und ausgegeben. Die Gäste können sie dann bei den teilnehmenden Einrich- tungen nutzen. Wie finanziert sie sich? Die Gästekarte wird von den Gastgebern über einen übernachtungsbasierten Bei- trag, die sogenannte Umlage, finanziert. Die Leistungsträger beteiligen sich über Rabatte. Nicolas-Fabian Schweizer Vorstand, Schweizer Electronic AG, Schramberg IHK-Vollversammlungsmitglieder für die Wirtschaft und die Region #Gemeinsamihksbh: Gemeinsam erfolgreich sein!

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