Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Dezember'18 - Südlicher Oberrhein
Anzeigenkompendium Prüfer Medienmarketing für die Region Südbaden 60 Anzeigenspecial Dezember 2018 bunden sind. Das gelingt durch „eine weitreichende Vernetzung aller Beteiligten während des Lebenslaufs eines Produkts“. Zur Umsetzung dienen auf der technischen Seite die „Cyber-Physical Systeme“ (CPS) und das „Internet der Dinge“. Das Fraun- hofer-Institut erklärt die „CPS“ folgender- maßen: CPS bestehen aus Sensorik, Akto- rik, Funktionen, welche die Aufgaben logisch umsetzen sowie Benutzer- und Kommunikationsschnittstellen. Der hierfür laufende Prozess, der Beginn der „vierten industriellen Revolution – Industrie 4.0“ ist seit einigen Jahren bekanntlich in aller Munde. Oft wirkt der Begriff Industrie 4.0 etwas schwammig und schwer greifbar, denn es ist ein vielschichtiges und inter- disziplinäres Thema. „Für die rein techni- sche Umsetzung sind neben Kompetenzen im Maschinenbau auch Fähigkeiten in den Bereichen Elektrotechnik, Software, Infor- mations- und Kommunikationstechnik er- forderlich. Für die Umsetzung auf organi- satorischer Ebene sind weitere Bereiche wie die Arbeitsorganisation einzubezie- hen“, fasst das Fraunhofer-IPA zusammen. Wenn technologisch aufgerüstet wird, muss gleichzeitig auch in die Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter investiert werden. Neu an der Industrie 4.0 ist der ganzheit- liche Ansatz, die Synchronisierung der physischen Welt mit den Modellen in der digitalen Echtzeit und die flexibel gestal- tete Vernetzung der Information in ver- schiedenen Werkzeugen und Systemen. Zudem kommen „neue Schlüsseltechnolo- gien aus der Informations- und Kommu- nikationstechnik hinzu“ – wie service- orientierte Softwarearchitekturen, CPS, Apps, die Cloud basierte Anwendungen sowie Breitband und Mobilfunktechnolo- gien, führt das Fraunhofer-IPA auf. Rele- vante technische Bereiche sind nach der Studie der Maschinen- und Anlagenbau, die Automatisierungstechnik und Mecha- tronik, die Mikrosystemtechnik, die Elek- tronik, die Netzwerk- und Kommunikati- onstechnik mit der IT-Sicherheit und die Software für produzierende Unternehmen. Baden-Württemberg sei als Technologie- standort für Anbieter von Industrie 4.0- Anwendungen gut aufgestellt. „Aufgrund seiner tiefen Verwurzelung im Maschinen- und Anlagenbau und seinen hohen Kom- petenzen bei eingebetteten Systemen und Software verfügt das Land über alle nöti- gen Voraussetzungen.“ Besonders in der Sensorik und Aktorik seien viele Kompe- tenzen im Bereich der Mikrosystemtechnik und Mechatronik vorhanden. Unterneh- men, Forschungseinrichtungen und Uni- versi-täten arbeiteten an entsprechenden Projekten und Initiativen. Wichtig sei, dass auch kleine und mittlere Betriebe das Thema aufgreifen, da sie Innovations- treiber des verarbeitenden Gewerbes sind. Auf zahlreichen Veranstaltungen - wie etwa dem Hightech Summit Baden-Würt- temberg Ende September - sprachen Fachreferenten zum Thema „Digitale Transformation“. Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut rief dort dazu auf, „die Chancen des digitalen Zeitalters aktiv zu nutzen“. Auch sie fand, die Vor- aussetzungen für ein erfolgreiches Mitmi- schen in der Digitalisierung sei hierzulan- de durch Global Player, starken Mittelstand und innovative Start-ups ge- geben. Aber noch immer gäbe es „zu vie- le, vor allem kleine und mittlere Unter- nehmen, die sich beim digitalen Wandel eher zögerlich verhalten“. Sie bedauerte, dass noch zu wenige den Sprung in die Selbstständigkeit wagten. Fortsetzung von S. 59
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5