Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'18 - Südlicher Oberrhein

Wirtschaft im Südwesten 11 | 2018 24 REGIO REPORT   IHK Südlicher Oberrhein Bahnanschluss Euro-Airport Kammern fordern zügige Realisierung D ie Industrie- und Handelskammern am südlichen Oberrhein (Handelskammer beider Basel, CCI Al- sace Eurométropole, IHK Hochrhein-Bodensee und IHK Südlicher Oberrhein) fordern eine zügige Realisierung des Bahnanschlusses zum Euro-Airport (EAP), weil dieser „eine Schlüsselinfrastruktur für die Wirtschaft der französisch-deutsch-schweizerischen Grenzregion am Oberrhein“ darstelle, wie es in einer gemeinsamen Resolution heißt. Der EAP sei die wichtigste grenzüber- schreitende Infrastruktur im Dreiländereck. Seit 2010 hat sich das Passagieraufkommen fast verdoppelt auf 7,9 Millionen Personen im Jahr 2017. Auch die Zahl der Mitarbeiter am EAP ist stark gestiegen, heute sind rund 6.300 Personen beschäftigt. Zusätzliche Dynamik im Personen- und Güterverkehr und somit bezüglich der Mitarbeiterzahlen lässt das Steuerabkommen erwar- ten, das Frankreich und die Schweiz Ende 2017 ab- geschlossen haben und das Rechtssicherheit für die Unternehmen im Schweizer Sektor schafft. „Bisher ist der Euro-Airport mit öffentlichen Verkehrsmitteln einzig über einen Linienbus erschlossen“, schreiben die Kam- mern in ihrer Resolution. Das werde den Wachstumsper- spektiven des Flughafens in keiner Weise gerecht. Vor- studien aus den Jahren 2010 und 2011 zeigten, dass nur eine direkte Bahnanbindung – geführt über eine neue sechs Kilometer lange Trasse – eine befriedigende und ökologisch nachhaltige Lösung bietet. Verkehrsstudien rechnen mit fast sechs Millionen Passagieren jährlich für die Bahnhaltestelle Euro-Airport, die voraussichtlich im Jahr 2028 eröffnet wird. Die sozioökonomische Be- wertung des Bahnanschlusses unterstreicht laut IHKs die Bedeutung dieser zentralen Infrastruktur. So werde mit dem Bau und Betrieb des Bahnanschlusses ein subs- tanzieller volkswirtschaftlicher Gesamtwert von rund 500 Millionen Euro realisiert. Besondere Bedeutung habe der EAP-Schienenanschluss für das trinationale Verkehrskonzept, da durch ihn ein großes Potenzial und ein hervorragendes Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht werde, das zusätzliche Angebote attraktiv mache. Die Kammern sehen das Projekt Bahnanbindung Eu- ro-Airport „aufgegleist“, nachdem sich die Verkehrs- behörden in Frankreich und der Schweiz Ende vergange- nen Jahres dafür ausgesprochen haben (Erklärung vom 15. Dezember 2017) und eine europäische Beteiligung an der Finanzierung von vorbereitenden Studien vorliegt (Interreg V Oberrhein). „Dieses Engagement für das Pro- jekt muss jetzt von den schweizerischen und nationalen französischen Behörden aufgenommen und weiter ge- tragen werden“, fordern die IHKs. In der Schweiz wurde im Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35 bereits Geld für den Bahnanschluss des Euro-Airports reser- viert. Vor dem Hintergrund des Offenlegungsverfahrens in Frankreich, das im September begonnen hat, betonen die IHKs die Wichtigkeit des Projekts für das Dreiländer- eck und rufen die französischen und schweizerischen Behörden „nachdrücklich dazu auf, Gespräche über die Unterzeichnung einer Projektfinanzierungsvereinbarung unverzüglich aufzunehmen und abzuschließen“. pm »Schlüssel- funktion für die Wirtschaft der Grenzregion« Bild: Euro-Airport Neujahrsempfang am 7. Januar Tradition zum Jahresbeginn T raditionell wird die IHK Südlicher Oberrhein das neue Jahr mit ihrem Neujahrsempfang beginnen. Am Montag, 7. Januar 2019, trifft sich die regionale Wirtschaft um 18 Uhr mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und gesellschaftlichen Institutionen im Konzerthaus Freiburg. Welchen Weg nimmt die Wirtschaft? Die IHK lädt dazu ein, den Blick zum Jahresanfang in die Zukunft zu richten, im Gespräch Ideen zu entwickeln und gemeinsam Pläne für 2019 zu schmieden, aber auch das alte Jahr noch einmal zu- sammen Revue passieren zu lassen. In seiner Neujahrsrede wird der IHK-Präsident Zukunftsthemen wie die voranschreitende Di- gitalisierung ansprechen. Auch Forderungen der Wirtschaft an die Politik wird Steffen Auer nennen sowie Antworten auf die Frage suchen, welche Rolle Wirtschaft in der Gesellschaft des Jahres 2019 spielt. naz Die Einladungen zum Neujahrsempfang verschickt die IHK Anfang Dezember per E-Mail sowie per Infopost. Interessierte, die gern teilnehmen und die Einladung per E-Mail erhalten möchten, sollten sich bis Mitte November unter www.suedlicher-oberrhein. ihk.de/mailservice anmelden.

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