Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November '18- Schwarzwald-Baar-Heuberg

Wirtschaft im Südwesten 11 | 2018 20 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg D ie Wirtschaft in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg profitiert nach wie vor von einer ungewöhnlich langen Aufschwungphase. Während die führenden Wirtschafts- forschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten feststellen, dass der Aufschwung in der deutschen Wirtschaft an Fahrt verliert, ist die aktuelle Stimmung bei den regionalen Unternehmen noch so gut wie vor einem Jahr. Das ergab der aktuelle Konjunk- turbericht der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg zum Herbst des laufenden Jahres. „Zwei Drittel unserer Firmen berichten von gut laufenden Geschäften“, bewertet IHK-Haupt- geschäftsführer Thomas Albiez das Umfrage- ergebnis. „Das ist umso erstaunlicher, weil die politischen Un- sicherheiten größer geworden sind. Die US-Regierung handelt immer unberechenbarer, wir sehen die Zuspitzung der Wäh- rungskrise in der Türkei sowie ein Überschwappen auf ande- re Schwellenländer. Dazu kommt das Wiederaufflammen der Banken- und Staatsschuldenkrise, ausgelöst durch die hohe Verschuldung Italiens und außerdem wächst die Gefahr eines ungeordneten Brexits.“ Geschäftserwartungen auf hohem Niveau Auch die Geschäftserwartungen bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. 29 Prozent gehen in den kommenden zwölf Monaten von besser laufenden Geschäften aus, eine Mehrheit von 63 Prozent rechnet zumindest mit einer Stabilisierung. Die hohe Kapazitätsauslastung sowie die nach wie vor günstige Finanzierungssituation beflügeln die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. 43 Prozent beabsichtigen, zukünftig noch mehr zu investieren. Dabei geht es in erster Linie darum, den Ersatzbedarf zu decken, aber auch um notwendige Rationalisie- rungsinvestitionen. Rund zwei Drittel der Firmen aus der Region bewerten den anhaltenden Fachkräftemangel als Hauptrisiko für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere auch die Transportbranche. „Trotz vereinzelt gedämpfter Geschäftserwartungen halten die ak- tuelle Konjunkturlage und der florierende Onlin- handel die Nachfrage nach Transportkapazitäten zumindest bisher auf hohem Niveau. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, junge Menschen für eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu gewin- nen. Und dies in einem immer stärker umkämpften Transportmarkt, in dem geltende Standards teil- weise unterlaufen werden und der Wettbewerb innerhalb der EU nicht immer fair abläuft. Die Um- setzung EU-weit einheitlicher Standards und deren wirksame Kont- rolle sind zumindest kurzfristig nicht in Sicht“, so Mathauer weiter. Verstärkte Investition in Ausbildung Trotz der zunehmenden Probleme, qualifizierte Fachkräfte zu be- kommen, halten 35 Prozent der regionalen Firmen an ihrer Absicht fest, in der nahen Zukunft ihre Beschäftigtenzahl zu erhöhen. „Sie wollen dazu verstärkt in die Ausbildung sowie in eine Steigerung ihrer Attraktivität als Arbeitgeber investieren“, sagt Thomas Albiez. Um auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern einstellen zu können, wünscht sich die regionale Wirtschaft bessere Sprachkenntnisse der Bewerber sowie einfachere administrative Verfahren. Allerdings hinterlässt das unsichere außenwirtschaftliche Um- feld zunehmend Spuren bei den Exportaussichten. Der Anteil der regionalen Firmen, der künftig mit höheren Ausfuhren rechnet, hat sich von 51 Prozent im Frühsommer auf aktuell 36 Prozent verringert. AS Anne Spreitzer, Fachbereich Standortpolitik Telefon: 07721 922-156, spreitzer@vs.ihk.de »Umso erstaunlicher, weil die politischen Unsicherheiten größer geworden sind« 40 60 80 100 120 140 160 Indikator Jahre Schwarzwald-Baar-Heuberg Baden-Württemberg 0,29 0,63 0,08 verbessernd gleich bleibend verschlechternd Geschäftserwartung Herbst 2018 IHK-Konjunkturklimaindikator Das aktuelle Konjunkturklima der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg liegt leicht über dem Landesdurchschnitt. In die Berechnung für den IHK-Klimain- dikator gehen sowohl die Einschätzungen für die aktuelle Geschäftslage zum Herbst 2018 wie auch die Erwartungen für die nächsten zwölf Monate ein. IHK-Konjunkturbericht zum Herbst Aufschwungkräfte weiter wirksam

RkJQdWJsaXNoZXIy MjQ2MDE5