Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe November'18 - Hochrhein-Bodensee

ANZEIGEN berichten 52 Prozent der Betriebe von – gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal – gefallenen Umsätzen. Der Großteil der Händler in der Region, rund 69 Prozent, ist mit der Ertragslage zufrieden, aber nur noch rund 13 Prozent bezeichnen diese als gut. Erwartungen für die kommenden zwölf Monate Auch in den nächsten Monaten werden sich die Geschäfte weiter po- sitiv entwickeln, so die Einschätzung der befragten Unternehmen im Kammerbezirk. Allerdings dürfte sich das konjunkturelle Wachstum weiter abschwächen. So hat sich die Zahl der Unternehmen, die mit verbesserten Geschäften in den kommenden Monaten rechnen, auf knapp 26 Prozent verringert. Gleichzeitig ist der Anteil der Unterneh- men, die von einer gleichbleibenden Entwicklung wie in den vergan- genen Monaten ausgehen, auf 68 Prozent angestiegen. Gehen die Erwartungen der Dienstleistungs- und Handelsbetriebe bezüglich der Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten zurück, so zeigen sich bei den produzierenden Unternehmen positive Signale. Die Anzahl der Produktionsbetriebe, die eine Verbesserung der Geschäfte in den kommenden zwölf Monaten erwartet, steigt von 32 auf 43 Prozent. Mit einer Verschlechterung rechnen rund sechs Prozent. Die übrigen 51 Prozent gehen von einem gleichbleibenden Geschäftsverlauf aus. Die Exporterwartungen bleiben dabei positiv; jeder zweite Produk- tionsbetrieb rechnet mit Steigerungen. Die Erwartungen gegenüber Großbritannien sind aufgrund des noch ungeklärten Brexits auch in diesem Herbst weiter rückläufig. Dagegen ruhen die Hoffnungen auf steigenden Exporten primär in Richtung Asien und Euro-Zone. In der Dienstleistungsbranche geht der Großteil der Unternehmen von konstanten Geschäften aus (rund 73 Prozent). Gegenüber der Frühjahrsbefragung hat sich die Zahl der Unternehmen, die für die kommenden Monate von einer Verbesserung der Geschäfte ausge- hen, von 38 Prozent auf 23 Prozent verringert. Eine Verschlechterung der Geschäftsentwicklung prognostizieren aber aktuell nur rund vier Prozent der Dienstleister. Bei den Handelsbetrieben rechnen rund drei Viertel damit, dass die Geschäfte gleichbleiben. Reduziert haben sich gegenüber der Befragung im Frühjahr nochmals die Betriebe, die in den kommenden Monaten verbesserte Geschäftsverläufe er- warten. Ihr Anteil ist von zehn auf fünf Prozent gesunken, während sich gleichzeitig aber auch der Anteil der Unternehmen, die eine Ver- schlechterung vorhersehen, von 22 auf 18 Prozent reduziert hat. Es ist ein deutliches Signal, dass das Wachstumspotenzial im stationären Handel insgesamt auf Jahressicht als eher gering eingeschätzt wird. Investitionen steigen Eine leichte Zunahme gegenüber dem Frühjahr gibt es bei den in- ländischen Investitionsabsichten der Unternehmen. 39 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Investitionen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Unternehmen, die keine Investitionen in den kommenden zwölf Monaten planen, auf rund vier Prozent. Verwendet werden sollen die Mittel insbesondere zur Beschaffung von Ersatzbedarfen (67 Prozent) sowie zur Einführung von Innovationen (43 Prozent). Bei 37 Prozent der Unternehmen stehen Kapazitätserweiterungen an. Die hohen Auslastungsgrade im produzierenden Gewerbe sowie die günstigen Finanzierungsbedingungen tragen ihren Teil dazu bei, dass die Investitionsabsichten der Unternehmen aktuell zunehmen. Die Entwicklung der Inlandsnachfrage sowie die Arbeitskosten sind ne- ben dem Bedarf an Fachkräften die am häufigsten genannten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen für die kommenden Monate. Insgesamt 37 Prozent aller Betriebe in der Region Hochrhein- Bodensee sehen in der Inlandsnachfrage ein Risiko, für rund 35 Pro- zent der Antwortenden sind die Arbeitskosten eine Herausforderung. „Umso wichtiger erscheint es, Rahmenbedingungen zu setzen, die die Inlandsnachfrage und insbesondere die Investitionsquote des privaten und öffentlichen Sektors erhöhen“, sagt Alexander Graf. Insgesamt aber wird von den Unternehmen, wie bereits in den letzten Umfragen, der Fachkräftebedarf am häufigsten (68 Prozent) als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung gesehen. AG Ausführliche Dokumentation unter www.konstanz.ihk.de

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