Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'18 - Südlicher Oberrhein
REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein ANZEIGE Brücke zwischen Rheinau und Gambsheim nach dreimonatiger Vollsperrung offen Der Verkehr fließt wieder über den Rhein A ufatmen für Betriebe, Händler und Pendler in der nördlichen Ortenau: Die Rheinbrücke zwischen Rheinau und Gambsheim ist seit dem 31. August wieder für Autos befahrbar. Teile der Brücke waren auf französi- scher Seite sanierungsbedürftig gewesen. Aufgrund der dafür notwendigen Baumaßnahmen war die Brücke für drei Monate gesperrt. Während der Vollsperrung wurde der Großteil der Schleusenbrücken ausgetauscht. Das Département Bas-Rhin nutzte die Baumaßnahmen zu- dem für Wartungsarbeiten an der Ill-Brücke und für die Erneuerung des Asphalts der gesamten D2 zwischen Gambsheim und der Autobahn A35. Zudem fanden Bauarbeiten am neuen binationalen Radweg „Passage 309“ statt, dessen Freigabe laut Regierungspräsidium für 2019 geplant ist. Die Brückensanierung sei ein Beispiel für gelungene, grenzüberschreitende Zusammenarbeit, findet IHK- Hauptgeschäftsführer Andreas Kempff. Die IHK Süd- licher Oberrhein hatte sich vorab mehrfach mit den französischen Partnern abgestimmt und über Lösungs- ansätze diskutiert. Zudem wurden betroffene IHK-Mit- gliedsunternehmen zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt und die Ergebnisse den französischen Partnern widergespiegelt. Dadurch starteten die Baumaßnahmen nicht, wie ursprünglich geplant, im August 2017, sondern erst Anfang Juni 2018. So konnten sich die betroffenen Betriebe in der Region auf die Sperrung einrichten und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ergreifen. Au- ßerdem organisierte die IHK drei Veranstaltungen, um ihre Mitglieder zu informieren und Fragen der Anrainer anzuhören. Die rund 150 betroffenen IHK-Unternehmen in Rheinau, Achern sowie im nahen Grenzumfeld hat die IHK mehrfach angeschrieben und in zwei Umfragen um Rückmeldungen gebeten, um die mit der Brücken- sperrung zu erwartenden Probleme gesammelt an die entsprechenden Stellen weiterzugeben. „Durch die Rückmeldungen der Unternehmen konnte einiges opti- miert werden“, sagt IHK-Vizepräsident Andreas Trutten- bach, der als Geschäftsführer der RMA Rheinau selbst von der Sperrung betroffen war. So habe sich etwa der Wunsch nach einem Pendlerbus herauskristallisiert und sei dank des Ortenaukreises schnell umgesetzt worden. Die Information, welche Haltestellen wann angefahren wurden, um mit den Arbeitszeiten der Arbeitnehmer, die von der französischen Seite in die deutschen Betriebe pendeln, kompatibel zu sein, hat die IHK bei den Un- ternehmen abgefragt und gesammelt ans Landratsamt und an die SWEG weitergegeben. Zudem wurde durch die Rückmeldung der IHK erreicht, dass die Rheinfäh- re in Drusenheim passend zu den Schichtarbeitszeiten morgens eine Stunde früher fuhr. Dennoch bedeutete die Vollsperrung für die lokale Wirt- schaft eine erhebliche Durststrecke. Besonders hoch waren die Folgen für Einzelhandel und Gastronomie in Grenznähe, die sich auf französische Kunden speziali- siert haben. Für den Zeitraum der Sperrung meldeten diese Unternehmen zum Teil Umsatzeinbußen von zwi- schen 50 und 80 Prozent. Von der Brückensanierung betroffen war beispielsweise auch die Duralog Logistik GmbH in Achern, eine Tochter des Hornberger Sani- tärherstellers Duravit. Geschäftsführer Tobias Müller berichtet von enormen Mehrkosten infolge der Vollsper- rung. Circa 32.000 Euro zusätzlich habe der Lkw-Ver- kehr vom Duravit-Werk im elsässischen Bischwiller zum Zentrallager in Achern gekostet. Auch die Mitarbeiter mussten Umwege in Kauf nehmen. Viele haben sich mit Fahrgemeinschaften arrangiert und sind beispielsweise über Iffezheim oder Straßburg gefahren. heo Durststrecke für lokale Wirtschaft: bis zu 80 Prozent Umsatzeinbußen
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