Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Oktober'18 - Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten 10 | 2018 26 REGIO REPORT IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg ANZEIGE IHK-Ausbildungsbilanz 2018 Ausbildung bleibt Königsweg zur Fachkräftesicherung D ie Unternehmen in der Re- gion Schwarzwald-Baar- Heuberg setzen weiterhin stark auf die berufliche Ausbildung. Zum Start des neuen Aus- bildungsjahres kann die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg eine noch bessere Lehrstel- lenbilanz ziehen als im letzten, bereits sehr guten Jahr. Die IHK hat zum 1. September 2.488 neue Ausbildungsverträge ein- getragen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 2,1 Prozent entspricht. Erkennbar ist auch, dass die Anzahl der neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse von Flüchtlingen gestiegen ist. Wa- ren es im vergangenen Jahr noch 29 Ausbildungsverhältnisse, so registriert die IHK in diesem Jahr bereits 54 neue Ausbildungsver- hältnisse. Hier machen sich vor allem die sprachlichen Fortschritte bemerkbar, denn unter einem Sprachniveau von B2 ist eine Ausbil- dung nicht möglich. Insgesamt absolvieren derzeit 90 Flüchtlinge eine duale Ausbildung in einem IHK-Beruf. Unverändert hohe Ausbildungsbereitschaft „Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist unverändert herausragend und Schwarzwald-Baar-Heuberg bleibt eine Ausbil- dungsregion. Der Mangel an Bewerbern stellt viele Unternehmen allerdings vor erhebliche Probleme“, sagt Birgit Hakenjos-Boyd, Präsidentin der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg. Halte der Trend an, würde sich damit auch die Fachkräftesituation in den Unternehmen für die Zukunft weiter verschärfen. „Fehlende Auszubildende von heute sind fehlende Fachkräfte von morgen“, so Hakenjos-Boyd. Ursachen für diese Entwicklung sind nach Angaben der IHK der demografische Wandel, wodurch immer weniger Jugendliche jährlich die Schulen verlassen, sowie der Trend zu höheren Schulabschlüs- sen und Studium. „Die Zahl der Studienabbrecher in Deutschland liegt durchschnittlich bei über einem Fünftel der Studierenden. Der Königsweg zur Fachkräftesicherung in den Betrieben und die Möglichkeit für die Jugendlichen, beruflich Karriere zu machen, ist und bleibt also die betriebliche Ausbildung. Sie ist ein Wettbe- werbsvorteil unserer Wirtschaft und darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden“, sagt die IHK-Präsidentin. Allerdings verschärfe sich der Wettbewerb um die jugendlichen Talente, so Birgit Hakenjos-Boyd. Gerade kleine und mittelständi- sche Betriebe hätten Probleme, ihre freien Ausbildungsstellen zu besetzen. „Viele Unternehmen verstärken deshalb ihre Aktivitäten im Bereich des Ausbildungsmarketings oder geben beispielsweise lernschwächeren Jugendlichen oder Studienabbrechern eine Chan- ce“, so Hakenjos-Boyd. Für Studienabbrecher, Gymnasiasten und Schüler mit Fachhochschulreife gibt es viele anspruchsvolle Berufe. So setzt sich die IHK beispielsweise dafür ein, dass der Mathema- tisch-technische Softwareentwickler - ein typischer 4.0 Beruf mit den besten Zukunftsaussichten - in der Region etabliert wird. Schwächere mit hohem Betreuungsaufwand Für schwächere Schüler bieten die Ausbildungsbetriebe vor allem zweijährige Ausbildungsberufe an, die dem Lernniveau gerecht wer- den. „Die fehlenden Kompetenzen der schwächeren Jugendlichen werden heute in den Unternehmen vermittelt. Der Betreuungs- aufwand von schwächeren Jugendlichen hat in den letzten Jahren stark zugenommen, aber die Ausbildungsbetriebe stellen sich dieser Herausforderung“, sagt die IHK-Präsidentin. Die IHK unterstützt die Ausbildungsbetriebe bei ihrer Fachkräf- tegewinnung mit den unterschiedlichsten Projekten. In diesen können Ausbildungsberufe erlebt und die ersten Kontakte zu den Unternehmen geschaffen werden. Zu den stärksten Ausbildungs- berufen gehören in diesem Jahr die gewerblichen Berufe mit 1.317 abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen. Hier sind es vor allem Berufe der Metalltechnik, die sehr stark nachgefragt sind. Bei den kaufmännischen Berufen konnten 1.170 neue Ausbildungsverträge bei der IHK eingetragen werden. Hier liegen der Handel (399) und der Industriekaufmann (287) sowie die sonstigen Dienstleistungsberufe (220) vorn. Für Berufe aus Hotellerie und Gastronomie entschieden sich 89 junge Frauen und Männer. Fu/bk Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse jeweils zum 1. September nach Landkreisen Martina Furtwängler, Fachbereich Berufliche Ausbildung Telefon: 07721 922-164, furtwaenglerm@vs.ihk.de IHK-Präsidentin Hakenjos-Boyd: Die Unternehmen bilden trotz sinkender Schülerzahlen weiterhin auf hohem Niveau aus. Bild: IHK Landkreis 1.9.2017 1.9.2018 Rottweil 651 707 Tuttlingen 823 802 Schwarzwald-Baar 963 979 IHK-Bezirk gesamt 2.437 2.488
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