Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'18 - Südlicher Oberrhein
9 | 2018 Wirtschaft im Südwesten 23 A rbeiten im Container – das ist gerade sehr an- gesagt. Viele große Städte haben solch trendi- ge Büros, jetzt auch Freiburg. Der Kreativpark Lokhalle hat Ende Juni geöffnet und bietet rund 900 Quadratmeter Bürofläche in der fast doppelt so gro- ßen Lokhalle auf dem Güterbahnhofsareal (siehe auch Kasten). Je zwei Container stapeln sich übereinander, drumherum ist viel Luft und Licht, reichlich Platz zum kommunizieren sowie Liegestühle und Schaukeln zum kreativen Lümmeln. Rund 100 Mieter sind hier bereits eingezogen, Firmen, Gründer und Freiberufler. „Sie müssen zu unserem Konzept passen“, erklärt Konrad Pfitzer vom Freiburger Gründerzentrum Grünhof, das den Kreativpark betreibt. Das heißt, sie müssen krea- tiv, innovativ und am besten ein bisschen grün sein. Der Grünhof hat sich zum Ziel gesetzt, Geschäfts- ideen zu beschleunigen, in Fahrt zu bringen. Und zwar in drei Bereichen: Die „Sozionauten“ fördern soziale Start-ups, die „Root Factory“ hilft Geflüch- teten bei der Gründung, und das größte Programm, der „Smart Green Accelerator“, legt den Fokus auf Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit. Vor knapp fünf Jahren hat sich die Grünhof GmbH gegründet und das gleichnamige ehemalige Wirtshaus in der Belfort- straße bezogen. Der sogenannte Co-Working-Space dort bietet 30 Arbeitsplätze und ist längst zu klein geworden für die große Nachfrage. Deshalb kam das Angebot der Freiburger Wirtschaftsförderung FWTM für die Lokhalle gerade recht. Hier betreibt der Grünhof jetzt seinen zweiten Standort, und auch hier sind bereits alle sogenannten Fixarbeitsplätze vergeben. Anfragen dafür kamen reichlich, und der Grünhof hat einige abgelehnt, insbesondere solche von grö- ßeren Konzernen, denen vor al- lem die coole Halle gefiel, die aber nicht infrage kamen. „Wir versuchen, ein thematisches Commitment aufzubauen“, be- tont Pfitzer. „Wir bieten keine reine Bürogemeinschaft, son- dern einen Mehrwert.“ Ein Pool aus etablierten Unternehmern unterstützt die Newcomer. Ak- tuell stehen beispielsweise in einem einmonatigen „Camp“ Firmen wie die Energiewerke Schönau, Pfizer Healthcare mit seiner Green Factory und die Landesagentur Umwelt- technik BW Gründern aus ganz Deutschland zur Seite. Das soll ihnen den entscheidenden Anschub geben. Außerdem befruchten sich die Start-ups, die auf verwandten Gebieten unterwegs sind, gegenseitig. „Unsere Hauptaufgabe ist das Vernetzen“, sagt Pfitzer. „Dafür bieten wir die Plattform.“ kat Kreativpark Lokhalle: Gründerzentrum auf dem ehemaligen Freiburger Güterbahnhof Neue Ideen in alten Containern Das Gebäude Die Freiburger Lokhalle wurde von 1903 bis 1905 von der Deutschen Bahn auf dem Güter- bahnhof Nord gebaut. Bis 1983 wurden hier Züge gewartet und repariert. 2011 kaufte die auf Projektentwicklung spezialisierte Planwerk Freiburg GmbH das 7.500 Quadratmeter große denkmalgeschützte Gebäude und revitalisiert es seither. Im nördlichen Teil der Lokhalle sind etwa 20 Firmen mit mehr als 100 Beschäftigten untergekommen. Die Planwerk GmbH selbst hat hier ihren Sitz und vermietet die restliche Fläche. In die Halle und den Kreativpark mit seinen Bürocontainern imMittelschiff der Halle, das die FreiburgerWirtschaftsförderung FWTM vor zwei Jahren gepachtet und an die Grünhof GmbH weitervermietet hat, investierte Plan- werk etwa zwei Millionen Euro. Der Grünhof selbst hat etwa eine weitere halbe Million Euro in die Ausstattung des Kreativparks gesteckt. Den kleineren Teil der Südhalle nutzt das Thea- ter Panoptikum. Über die Nutzung ihrer ande- ren 1.250 Quadratmeter verhandelt Planwerk derzeit nach eigenen Angaben mit zwei Nut- zern aus unterschiedlichen Branchen kat
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