Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'18 - Hochrhein-Bodensee
9 | 2018 Wirtschaft im Südwesten 29 Serie: Erfolgreich dank höherer Berufsbildung » Technisches und unternehmerisches kombinieren « Warum haben Sie sich für eine Weiterbil- dung bei der IHK entschieden? Nach dem Realschulabschluss und meiner Ausbildung wollte ich zunächst Berufserfah- rung sammeln. Nach einigen Jahren Schicht- arbeit habe ich gemerkt, dass ich meine Kenntnisse vertiefen möchte und mich für den zweiten Bildungsweg entschieden. Im Rahmen der Weiterbildung zum Industrie- meister konnte ich mein Wissen im Bereich Mitarbeiterführung und Elektrotechnik er- weitern. Die Kombination aus Theorie und Praxis, also das Gelernte direkt anwenden zu können, haben mich motiviert weiterzu- machen. Und so entschied ich mich für den dreijährigen Lehrgang zum Technischen Be- triebswirt IHK, um mein Ziel, künftig als Pro- jektleiter tätig zu sein, erreichen zu können. Welche beruflichen Ziele haben Sie sich gesetzt, und konnten Sie diese erreichen? Mein Ziel war es, die technische Seite meines Aufgabengebietes mit unternehmerischem Denken zu kombinieren. Von Beginn an habe ich mich für die technische Beschaffenheit von Anlagenparks interessiert und dafür, wie Prozesse automatisiert und optimiert werden können. Durch die Arbeit im Team kam die Begeisterung für Mitarbeiterführung und Ko- ordination hinzu. Die Weiterbildung hat mir geholfen, mich auf beiden Gebieten weiter- zuentwickeln. Heute freue ich mich darüber, mein Wissen als Dozent bei der IHK Hoch- rhein-Bodensee weitergeben zu können. Mit welchen Erfahrungen verbinden Sie Ihre Weiterbildung? Eine nebenberufliche Fortbildung ist sehr in- tensiv und erfordert Eigeninitiative und Dis- ziplin. Ich habe mir täglich Zeit fürs Lernen genommen und mich selbst gefordert, um einen erfolgreichen Abschluss zu erlangen. Die Nähe zur Praxis und die Dozenten aus den verschiedenen Unternehmen haben mir sehr gut gefallen. Im Fach der Betriebswirt- schaftslehre macht es einfach Spaß, den Betriebsabrechnungsbogen auch praktisch anzuwenden. Zudem konnte ich viele Kon- takte knüpfen und ein Netzwerk aufbauen, von dem ich noch heute profitiere. Was würden Sie anderen raten, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen sich weiterzubilden? Die Chance unbedingt nutzen, ein klares Ziel vor Augen haben und die Weiterbildung entsprechend auswählen. Vorab sollte man sich die Frage stellen, wie der eigene berufli- che Werdegang aussehen soll. Es gibt immer Umwege, aber es ist wichtig, das gesetzte Ziel zu verfolgen, auch um am Arbeitsmarkt bestehen zu können. Das ganze Leben ist ein Entwicklungsprozess, und Fortbildung sollte ein fester Bestandteil davon sein. Mir persönlich hat der Pflichtunterricht innerhalb der Weiterbildung sehr geholfen. Der aktive Unterricht bot mir die Möglichkeit, auf mein Ziel zuzusteuern. Interview: LK Am Anfang vieler erfolgreicher Berufswege steht eine duale Ausbildung. Der nächste Schritt ist dann eine berufliche Weiter- bildung. In einer Serie stellen wir Menschen aus der Region vor, die mit höherer Berufsbildung Karriere gemacht haben. Dieses Mal: Steffen Knoll, technischer Projektleiter bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG. STEFFEN KNOLL (37) 14 Jahre blieb Steffen Knoll nach der Lehre zum Elektrotechniker bei seinem Ausbil- dungsbetrieb Alcan Singen GmbH, heute Constellium. Bei dem Aluminiumproduzen- ten war er unter anderem als Schichtelek- triker und Projektbegleiter tätig. Nebenbe- ruflich bildete er sich zum Industriemeister weiter. 2011 folgte der berufliche Wechsel in die Schweiz. Die Inbetriebsetzung von Zügen gehörte bei der Stadler Rail AG in Bussnang zu seinen Aufgaben. Ein Jahr später begann er die Weiterbildung zum technischen Be- triebswirt bei der IHK Hochrhein-Bodensee. Heute arbeitet er als technischer Projekt- leiter bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG und ist für die Abwicklung von technischen Investitionsprojekten zuständig. VORTEIL WEITERBILDUNG
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