Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe September'18 - Hochrhein-Bodensee
9 | 2018 Wirtschaft im Südwesten 17 REGIO REPORT IHK Hochrhein-Bodensee D ie Metropolregion Basel ist für unseren Wirtschaftsraum der wichtigste Partner“, sagt Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee. „Entwicklun- gen dort betreffen auch die Menschen und Unternehmen hier.“ Die trinationale Wirt- schaftsregion ist eng verflochten. Täglich überqueren unzählige Personen und Güter die Landesgrenzen zwischen der Schweiz, Deutschland und Frankreich. Bis 2030 wird die Bevölkerung aufgrund anhaltender wirt- schaftlicher Dynamik in der trinationalen Agglomeration Basel auf mehr als 850.000 Bewohner ansteigen, was den Personenver- kehr auf der Schiene bis 2040 verdoppelt, so Schätzungen von Experten. Damit sich also das wirtschaftliche Wachstum voll ent- falten kann, muss der Wirtschaftsraum Ba- sel mit allen Verkehrsträgern ausgezeichnet erreichbar sein; innerhalb der Region und von außen. Marx: „Für uns in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schweiz wäre eine ver- besserte Schieneninfrastruktur mehr als wünschenswert.“ Die Handelskammern am Oberrhein sind der Ansicht, dass der besonderen Situation des Dreilands bei der Entwicklung der S- Bahn bisher allerdings zu wenig Beachtung geschenkt worden ist. Dabei stellt nach Einschätzung der Teilnehmer des Spitzen- treffens im Juli in Freiburg der Bahnknoten Basel als Gateway zur Schweiz auf dem Schienenweg einen unschätzbaren Nutzen für den Außenhandel und die internationa- len Fernverbindungen entlang des Korridors Rotterdam – Genua dar. Bislang verfügt die Region Basel – im Gegensatz zu anderen gro- ßen Agglomerationen der Schweiz – jedoch über kein modernes S-Bahn-Netz. „Die Inf- rastruktur stammt aus dem 19. Jahrhundert und wird dem heutigen Bedarf nicht mehr gerecht“, sagt Marx. Deshalb fordern die sechs Handelskam- mern am Oberrhein in einer Resolution, die sie bei ihrem Treffen im Juli verabschiedet haben, die Finanzierung des Vollausbaus des Bahnknotens Basel in den Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35, mindestens für die Projektierung, aufzunehmen. Dies bein- haltet die unterirdische S-Bahn-Verbindung zwischen dem Bahnhof SBB und dem Ba- dischen Bahnhof in Basel, das sogenannte Herzstück, mitsamt ihrer Zulaufstrecken, grenzüberschreitenden Maßnahmen sowie Haltestellen und Gleiserschließungen. Zu den Handelskammern am Oberrhein gehören die IHKs Hochrhein-Bodensee, Südlicher Oberrhein, Pfalz und Karlsruhe sowie die Handelskammer beider Basel und die CCI Alsace Eurométropole. wu/naz Die sechs Handelskammern am Oberrhein fordern den Bund auf, die Finanzierung für den Ausbau der unterirdischen S-Bahn-Ver- bindung zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahn- hof in Basel in den Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35 aufzunehmen. Dieser Abschnitt wird Herzstück-Basel genannt. Appell an die Bundesregierung zum Vollausbau des Bahnknotens Basel Kammern fordern Finanzierung Bild: Leonid Andronov - Fotolia Blick auf den Schweizer Bahnhof in Basel (SBB).
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