Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli'18 - Südlicher Oberrhein
Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2018 26 REGIO REPORT IHK Südlicher Oberrhein Abschluss des Inklusionsprojekts „Arbeitsplatz inklusiv“ 100 Menschen mit Behinderung vermittelt M enschen mit Behinderung zu coachen und in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu vermitteln: Das war die Aufgabe des dreijährigen Inklusionspro- jekts „Arbeitsplatz inklusiv“, das im Juni endete. Das Ziel – 50 Vermittlungen innerhalb von drei Jahren – wurde weit übertroffen. Über 100 Frauen und Män- ner mit Behinderung aller Altersklassen haben seit dem Projektstart 2015 Stellen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gefunden. Damit gilt „Arbeitsplatz in- klusiv“ bundesweit als Erfolgsmodell. Die Projektver- antwortlichen sollen das Ortenauer Modell bei einer Fachveranstaltung in Berlin als Best-Practice-Beispiel vorstellen. Zuvor wurde der große Erfolg mit einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung in Offenburg gefeiert. Rund 100 Gäste – Teilnehmer, Betriebe und Projektpartner – waren dazu in die Lebenshilfe- Zweigwerkstätte Otto-Hahn-Straße in Offenburg eingeladen. Angela Pöpplau-Hübner von der Agentur für Arbeit Offenburg und Armin Mittelstädt, Leiter der Kommu- nalen Arbeitsförderung (KOA), stellten dabei die wich- tigsten Ergebnisse vor. Im Juli 2015 hatten die ASW+W gGmbH der Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch und die AföG Ortenau gGmbH als Dienstleister „Arbeitsplatz inklusiv“ gestartet. Träger des Projekts: die Agentur für Arbeit Offenburg und die KOA. Das Bundesminis- terium für Arbeit und Soziales hatte die Förderung für drei Jahre bewilligt. „Für ein Projekt wie dieses braucht es Zeit, Fachwissen und Empathie“, sagte Mittelstädt. „Es gibt nicht die schnelle Vermittlung.“ Der Aspekt Coaching und ein guter Kontakt zu den Arbeitgebern sei wichtig, wesentlich auch das Thema Nachsorge, insbesondere in der Beratung und Beglei- tung der Unternehmen, die Menschen mit Behinde- rung beschäftigen. Arbeitgeber sind der Schlüssel, damit Menschen mit Behinderung ihre Stärken auf dem Arbeitsmarkt einbringen können. „Der überwiegende Teil der Men- schen mit Behinderung hat eine abgeschlossene Aus- bildung“, betonte Pöpplau-Hübner. „Das ist ein gro- ßes Potenzial, das bisher noch viel zu wenig genutzt wird.“ Arbeitgeber, die mindestens 20 Arbeitsplätze zu besetzen haben, sind gesetzlich zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen verpflichtet, doch viele Pflichtarbeitsplätze sind unbesetzt. Die größten Hin- dernisse, um Menschen mit Behinderung zu beschäf- tigen, sieht Anita Diebold, Behindertenbeauftragte des Ortenaukreises, in den Köpfen. Jutta Leonhardt, Inklusionsbeauftragte der Handwerkskammer, die auch die IHK Südlicher Oberrhein vertrat, ermutigte Unternehmen, darüber nachzudenken. Die Vielfalt der Betriebe, die durch „Arbeitsplatz inklusiv“ Men- schen mit Behinderung eingestellt haben, zeigt, dass es möglich ist, Menschen mit Behinderung in allen Bereichen im Handwerk und in der Industrie zu be- schäftigen. Aufgeschlossene Unternehmen braucht es auch zukünftig in der Ortenau, denn die Vermittlung von Menschen mit Behinderung geht in die nächste Runde, wenn auch in etwas anderer Form. ine www.arbeit-fuer-alle.org/arbeiten/ arbeitsplatz-inklusiv/ Teilnehmer, Unternehmens- vertreter und Jobcoachs des Projekts „Arbeitsplatz inklusiv“ der Lebenshilfe in Offenburg. Bild: Michael Bode »Großes Potenzial, das noch zu wenig genutzt wird«
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