Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juli'18 - Schwarzwald-Baar-Heuberg
Wirtschaft im Südwesten 7+8 | 2018 44 Unternehmen TENINGEN. Das auf den Gebieten Regenwassernut- zung, Regenwasserversickerung sowie Abwasser vor allem mit großvolumigen Gefäßen und Einrichtungen aus Kunststoff tätige Familienunternehmen hat im Ge- schäftsjahr 2017 erstmals die Marke von 100 Millionen Euro Nettoumsatz übersprungen. Dies berichtete Otto P. Graf, der das 1962 von seinem Vater gegründete Familienunternehmen führt. Als Gründe nannte er die zunehmende Internationalisierung der Firma sowie den konsequenten Ausbau der Sortimente. Während der vergangenen zehn Jahre hatten sich sowohl der Um- satz als auch die Zahl der Beschäftigten (derzeit 500, davon 330 in Deutschland) mehr als verdoppelt. Der Umsatzzuwachs gegenüber 2016 lag bei zehn Prozent. Der Exportanteil am Umsatz stieg von 49 (im Jahr 2016) auf 56 Prozent. Die Graf-Gruppe vertreibt ihre Produkte weltweit in über 70 Länder. In Frankreich, Großbritan- nien, Spanien, Polen, Australien und in China ist Graf mit eigenen Gesellschaften aktiv. Dabei gibt es Pro- duktionsgesellschaften in Frankreich, Australien und in Polen. Die Produkte werden meist über Baumärkte vertrieben, Graf arbeitet mit allen Braumarktketten in Europa zusammen. In Deutschland produziert das Unternehmen am Fir- mensitz in Teningen und in Bayreuth (30 Mitarbeiter vor allem in der Forschung und Entwicklung für Ab- wassertechnik) sowie demnächst in Herbolzheim. Hier investiert Graf (unterstützt vom Bundesumweltministe- rium) derzeit 35 Millionen Euro in sein Kompetenzzen- trum Rohstoffe, wo künftig Wertstoffe aus Kunststoff zu hochwertigem Regranulat verarbeitet werden. Der Anteil des selbst aufbereiteten am gesamten Roh- stoffbedarf der Firma liegt gegenwärtig bereits bei 70 Prozent und soll bis 2022 auf 85 Prozent oder 40.000 Tonnen im Jahr angehoben werden. Derzeit benötigt Graf 25.000 Tonnen im Jahr, davon sind 17.500 Tonnen recycliert. Die Teninger sind Abnehmer eines Drittels der Polypropylenmengen, die in Deutschland anfallen. Sechs Mitarbeiter sind in einer eigenen Abteilung für Rohstofftests beschäftigt. Das Feld der Recyclierung ist zukunftsträchtig, Kunststoff wird weltweit momen- tan nur zu fünf Prozent recycliert. In Neuried möch- te man noch im Laufe des Jahres mit dem Bau einer weiteren Produktionsstätte beginnen. Hier investiert Graf zwischen zehn und zwölf Millionen Euro in die Herstellung großer Tanks aus einem Stück für die eu- ropäischen Märkte. Dazu im Gegensatz besteht das Konstruktionsprinzip vieler Graf-Tanks darin, ineinan- der stapelbare Halbschalen zu produzieren, die sich so leicht auch in entfernte Weltgegenden transportieren lassen. Dies ist sicher eine der Grundlagen des Erfolgs von Graf. Weitere sind der Gedanke der Nachhaltigkeit sowie die weltweiten Entwicklungen Klimaerwärmung, Versiegelung der Flächen sowie rasantes Wachstum der Bevölkerung. Diese lassen einen steigenden Be- darf an Lösungen zur Nutzung von Regenwasser, des Gewässerschutzes sowie der Prävention bei Starkre- genereignissen erwarten. Alles zusammengenommen sind das laut Otto P. Graf die Voraussetzungen für eine weitere kräftige Entwicklung des Unternehmens. orn Firmensitz und -gelände der Firma Graf in Teningen. Wasserbewirtschaftungsspezialist Graf Erstmals mehr als 100 Millionen Euro Umsatz German Translation Network AG Übersetzungsdienstleister wächst durch Zukäufe FREIBURG. Das Übersetzungsunternehmen der Brüder Arno und Walter Ruesch feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Sie gründeten es im Jahr 2008 in Endingen am Kaiserstuhl unter dem Namen AWR Holding AG. Inzwischen hat es seinen Sitz in Freiburg, heißt German Translation Network AG (Getra- net) und ist kräftig gewachsen: Der Umsatz hat sich von rund 1,8 Millionen Euro im Jahr 2010 auf etwa 3,49 Millionen Euro im Jahr 2017 ent- wickelt. Das bislang beste Jahr war 2015 mit einem Umsatz von circa 3,98 Millionen Euro, gefolgt von 2016 mit circa 3,53 Millionen Euro. Laut Vorstand Walter Ruesch „wurde kontinu- ierlich eine klassischen Buy-and-Build-Stra- tegie verfolgt, und das Unternehmen hat sich nun zu einem der führenden Übersetzungs- dienstleistern in Deutschland mit zwölf Fach- agenturen entwickelt“. Neben der Zentrale in Freiburg gibt es Büros in München, Saarbrü- cken, Heidelberg und Kiel. 28 feste Mitarbeiter sind beschäftigt. Zudem arbeitet die German Translation Network AG mit 35 Sprachtrainern, 47 Dolmetschern, 231 Stamm- sowie bei Be- darf mit knapp 1.900 weiteren Übersetzern aus einer Datenbank zusammen. Das Portfolio umfasst Fachübersetzungen, Sprachtrainings und Workshops in allen Sprachkombinationen und Fachbereichen. Zu den Kunden zählen Dax-notierte Konzerne und mittelständische Firmen genauso wie Anwalts- und Steuerkanz- leien, Werbeagenturen, Internetshops, Banken und öffentliche Institutionen. mae
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