Wirtschaft im Südwesten - Ausgabe Juni'18 - Südlicher Oberrhein
Wirtschaft im Südwesten 6 | 2018 42 UNTERNEHMEN Maschinenfabrik Berthold Hermle mit neuem Umsatzhöchstwert Zunehmend dynamische Nachfrage GOSHEIM. Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, ein weltweit führender Hersteller von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren, hat im vergangenen Jahr eine zunehmend dynamische Nachfrage verzeichnet und ihren Auftragseingang konzernweit um 18,9 Pro- zent auf 433,2 Millionen Euro steigern können. Dabei gingen aus dem Ausland neue Bestellungen im Wert von 261,5 Millionen Euro ein (ein Plus von fast 26 Prozent), und aus dem Inland Orders in Höhe von 171,7 Millionen Euro (plus 9,6 Prozent). Der Konzernum- satz nahm 2017 um zwei Prozent auf einen neuen Höchstwert von 402 Millionen Euro zu. Dazu haben sowohl das Neumaschinen- als auch das Servicegeschäft beigetragen. Das Geschäft im Inland wuchs um fünf Prozent auf 168,2 Millionen Euro, im Ausland blieb es stabil bei 233,8 Millionen. Die Exportquo- te hat 58,2 Prozent (Vorjahr 59,3 Prozent) betragen. Das Betriebser- gebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag im Konzern bei 99 Millionen Euro und damit nahezu auf Vorjahresniveau (99,8 Millionen Euro). Der Jahresüberschuss der Einzelgesellschaft Hermle AG hat sich auf 69,3 Millionen Euro (Vorjahr 64,6 Millionen Euro) erhöht. Der Hauptversammlung wird eine stabile Dividende von 0,80 Euro je Stammaktie, 0,85 Euro je Vorzugsaktie, ein unveränderter Bonus von 12 Euro je Aktie sowie ein einmaliger Sonderbonus von 2,20 Euro je Aktie vorgeschlagen. Damit würde sich laut einer Presse- meldung die Ausschüttung je Vorzugsaktie auf 15,05 Euro (Vorjahr 12,85 Euro) vergrößern. Die Finanz- und Vermögenslage ist nach wie vor sehr solide. Die Eigenkapitalquote lag am Jahresende bei 71,8 Prozent (Vorjahr 74,3 Prozent). Die Investitionen haben sich konzernweit auf 18,5 Millionen Euro (Vorjahr 16,4 Millionen) erhöht und betrafen die beiden Zukunftsprojekte am neuen Standort Zimmern ob Rottweil und am Firmensitz in Gosheim. Auf dem neuen Gelände in Zimmern wurde eine Mineralgussproduktion für Maschinengrundgestelle und andere Bauteile errichtet, die Mitte 2017 in Betrieb gegangen ist. In Gosheim stand die Erweiterung und Modernisierung des Bereichs spanende Fertigung an, die im laufenden Jahr abgeschlos- sen wird. Im Konzern waren zum Jahresende 1.086 Mitarbeiter (Vorjahr 1.018) beschäftigt, Neueinstellungen gab es vor allem für den Standort Zimmern. Die Zahl der Auszubildenden erhöh- te sich von 95 auf 96. Die Beschäftigten sollen im Anschluss an die Dividendenzahlung eine Erfolgsprämie von 4.500 Euro pro Mitarbeiter erhalten. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand konzernweit mit einem Umsatz und Ergebnisplus im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich. upl Bellin wächst seit zwei Jahrzehnten Treasury-Software für die Finanzbranche und andere ETTENHEIM. Martin Bellin (52), der in den Neunzi- gerjahren als Treasurer in verschiedenen Unternehmen tätig war, hat das Unternehmen 1998 mit der Entwick- lung einer Software gegründet, die es gestattet, für das Treasury von Finanzunternehmen, aber auch Firmen anderer Branchen einfacher und schneller relevante Daten zu erhalten. Das Herzstück der Produktpalette bildet heute die Tre- asury-Software tm5. Konzerne mit mehreren tausend Mitarbeitern und weltweiten Standorten steuern enor- me Geldvolumen und müssen beispielsweise Währungs- kurse, Zinssätze, Rohstoffpreise und Sanktionslisten prüfen. Auch Mittelständler müssen dafür sorgen, dass sie ihre Liquidität so einsetzen, dass das Unternehmen jederzeit zahlungsfähig ist. Mit der Softwarelösung von Bellin lassen sich laut einer Pressemeldung alle Aufga- ben vom Zahlungsverkehr bis zum Devisen-, Cash- und Risikomanagement lösen. Sie integriert die Daten aus Unternehmen, von Banken, von Handelsplattformen, von ERP-Systemen und weiteren Datenquellen auf einer einzigen Plattform, so die Pressemeldung weiter. Auf webbasierter Anwendung werden Daten überall auf der Welt erfasst und sind gleichzeitig überall in Echtzeit verfügbar. So sind die finanziellen Firmenleitstellen immer über den Stand der Liquidität auf allen Konten informiert und können, ebenfalls mit dieser Software, entsprechend handeln. Dies hat bislang über 500 Kun- den mit 50.000 Anwendern weltweit überzeugt. Der Kundenkreis spannt sich von Island bis Südafrika, von Japan bis Kana- da. Neben dem Hauptsitz in Ettenheim, ver- kehrsgünstig zu den Flughäfen Frankfurt, Zü- rich, Basel und Karlsruhe gele- gen, unterhält das Unterneh- men seit vielen Jahren Stand- orte in London und Vancouver und seit Kurzem auch in Karlsru- he. Insgesamt arbeiten rund 180 Mitarbeiter für Bellin, davon 145 in Deutschland. Im Jahr 2017 hat Bellin einen Umsatz von 20 Millionen Euro erzielt, die jährlichen Wachstumsraten liegen bei 20 Prozent. Ebenfalls 2017 hat die Karlsruher Private- Equity-Gesellschaft LEA Partners einen signifikanten zweistelligen Millionenbetrag für eine Minderheitsbetei- ligung an Bellin aufgewendet, um die weitere Expansion der Firma begleiten zu können. In Ettenheim ist Bellin auf einem eigenen Campus, der aus vier Gebäuden be- steht, tätig. orn Martin Bellin vor einem Gebäude auf seinem Firmencampus in Etten- heim.
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